Ausstellungen: Köln , 2002

JÜRGEN RAAP

Offene Haare, offene Pferde – Amerikanische Kunst 1933-45

Kölnischer Kunstverein, 26.4. – 21.6.2002

Die letzte Ausstellung vor dem Abriss des Gebäudekomplexes am Josef-Haubrich-Hof ist zugleich der erste Auftritt der neuen Kunstvereins-Direktorin Kathrin Rhomberg. Sie hat den Maler Albert Oehlen eingeladen, sich nicht nur als Künstler zu präsentieren, sondern auch als Kurator. Oehlen konzipierte die Ausstellung zusammen mit den (Ex-)Studenten seiner Klasse an der Düsseldorfer Kunstakademie und mit einigen seiner künstlerischen Weggefährten: Tim Berresheim, André Butzer, Michael Deistler, Carlos B. Morales, Markus Selg und Therese Schult.

Es geht Oehlen und seinen Mit-Ausstellern um eine Neupositionierung der Malerei im heutigen Kunstbetrieb. Aber dabei können und wollen sie nicht ignorieren, dass gerade Installation und Computer für die Kunst der letzten Jahre die wesentlichen raum- und bildgenerierenden Disziplinen gewesen sind. André Butzer nutzt die Abriss-Situation im Kunstverein für ein expressiv angelegtes Großbild, das sich über zwei rechtwinklig aufeinander stoßende Wände erstreckt. Ein paar Meter weiter ist eine Gemeinschaftsinstallation mit Malerei (Morales) und Skulptur (Selg) mit einem mobilen Gerüst vor der Wand ergänzt worden – das Gestänge setzt sich an den Seiten in Form gemalter Streifen auf der Wand fort.

Wollen also diese Beiträge eine Sprengung des klassischen Bildformats und damit eine Absage an das Prinzip des Tafelbildes artikulieren ? Es wird der Eindruck erweckt, als ob heutzutage ein Bekenntnis zur Malerei unbedingt des Hinweises bedürfe, man sei als Künstler in der Kunstgeschichte der vergangenen vierzig Jahre bewandert und wisse durchaus, dass die anti-malerischen Tendenzen um 1970 u.a. zur Objektkunst und zu Environments geführt hatten. Albert Oehlen indessen…

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