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Ausstellungen: Köln · S. 302 - 302
Ausstellungen: Köln , 1988

Karlheinz Schmid
Peter Gilles

Galerie Koppelmann, 22.1.-4.3.1988

Zur Erinnerung: „Gilles blutet“, so lauteten eine Aktion und eine Ausstellung, die der Kölner Künstler vor genau zehn Jahren realisierte. Seitdem kümmert sich Peter Gilles beharrlich um sein Material, seitdem hat er sich jeder modischen Verführung widersetzt Er gehört zu den Streitern, die sich selbst und ihre Arbeit ernst nehmen, mitunter todernst. Jedenfalls hat er sich seit 1978 immer wieder in gefährliche Situationen gebracht, die seine Existenz bedroht haben, die den Wahrheitsbegriff in der Kunst höher als den Schönheitsbegriff einstuften.

„Als das für mich am stärksten emotional aufgeladene Material empfinde ich meine eigene Körpersubstanz – mein Blut“, gesteht Gilles. Wenngleich er sich dank des Materials oder der Technik des Körperabdrucks in die Nähe von Künstlern wie Nitsch oder Yves Klein begibt, so gelingt es ihm doch, eine eigenständige bildnerische Sprache zu entwickeln, fernab der bekannten Vorbilder.

Die Ausstellung in der Galerie Koppelmann beweist einmal mehr, daß Peter Gilles um Integration bemüht ist Unterschiedlichste Disziplinen und Techniken werden kanalisiert, zur Harmonie getrieben. Er reibt seinen Körper mit dem eigenen Blut ein, er preßt ihn aufs Papier, das er später – nur wenige Meter von vulkanischen Aktivitäten entfernt – spontan bearbeitet. Dabei spielt der Ort, darunter Valcamonica, Stromboli und Santorin, eine wesentliche Rolle. Gilles reagiert auf die Geschichte seiner Arbeitsstätte, er übernimmt Felszeichnungen, er malträtiert seine Blätter bisweilen mit Lava, die es vor Ort reichlich gibt. Die ausgestellten drei Zyklen, zwischen 1984 und 1986 entstanden, werden unter dem Titel „Phase 6“ präsentiert. Ihre informelle Anmutung, immer wieder durch figurative,…


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