Ausstellungen: Wien · von Ursula Maria Probst · S. 355
Ausstellungen: Wien , 2002

URSULA MARIA PROBST

Televisions – Kunst sieht fern

Kunsthalle Wien, 18.10.2001 – 6.1.2002

Können Sie sich ein Leben ohne Fernsehen vorstellen? – Wenn ja, wie würde es aussehen? Würden Sie das Fernsehen gerne aus Ihrem Leben verbannen? Auszüge aus einem Fragenkatalog, den der amerikanische Kurator Joshua Decter anlässlich der Ausstellung „Televisions – Kunst sieht fern“ erstellte. Im Ausstellungskatalog antworten KünstlerInnen wie Laurie Simmons, Joseph Zehrer, Maurizio Cattelan, Christoph Schlingensief, Pipilotti Rist, Miguel Calderón oder Raymond Pettibon mit biografischen Details auf diese Fragen. Der Fernsehkultur als Reservoir des Imaginierten und als Versorgungssystem von Information und Entertainment, so das Credo der Ausstellungsmacher, vermag sich heute kaum jemand zu entziehen. All jene, die dem medialen Overkill verfallen sind, können aufatmen. Und damit ist man bereits mitten im Geschehen.

Weshalb die Kunsthalle für ihre Themenausstellung Joshua Decter engagierte, lässt sich unschwer erraten. Wie kaum ein anderer versteht er es, seiner Euphorie für das Medium Ausdruck zu verleihen, die ihn zu dem Geständnis verleitet: „Ich bin ins Fernsehen verliebt“. Dem Kulturpessimismus des französischen Soziologen Pierre Bourdieu, der 1996 im Fernsehen eine große Gefahr für die kulturelle Produktion sah, hält Joshua Decter ein Zitat des Mediengurus Marshall McLuhan entgegen: „Das Fernsehen zeigt das Beste und Schlechteste einer Gesellschaft.“

Wie bereits der Titel vermuten lässt, grenzt sich das Konzept der Ausstellung gegenüber einem medienkritischen Zugang ab, wie ihn beispielsweise die Ausstellung Re-Play, 2000, in der Generali Foundation noch zuließ. Auch bleiben mit Ausnahme der Videos von Dara Birnbaum, Nam June Paik, Chris Burden und Vito Acconci markante medienhistorische Positionen ausgeklammert. Es bleibt…

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