Ausstellungen: Darmstadt · von Christian Huther · S. 359
Ausstellungen: Darmstadt , 2004

CHRISTIAN HUTHER

Unter Strom

Klangskulpturen, Roboterplastiken, multimediale Installationen

Kunsthalle Darmstadt, 22.6.-29.8.2004

Vorbei die Zeiten, als die Künstler mit den neuen Medien fasziniert spielten und sich in Innovationen verloren. Längst haben sie sich emanzipiert und halten Schritt mit der Technik. Selbstbewusst agieren sie an der Schnittstelle von Technologie, Wissenschaft und Kunst, gehen kritisch und ironisch mit der schönen neuen Welt um. Das ist das Fazit von „Unter Strom“ in der Darmstädter Kunsthalle. Die Schau richtet den Blick nach vorn und zeigt neuere multimediale Installationen, Roboterplastiken und Klangskulpturen von zehn Künstlern. Das Ganze erinnert an ein hypermodernes Kuriositätenkabinett: Was einstmals magisch anmutende, aber relativ harmlose Automaten waren, ist jetzt beispielsweise eine selbstfahrende und scheinbar jedes Hindernis erkennende, elektronische Plattform – ein von der Künstleringenieursgruppe „f 18“ entworfener Zwitter zwischen Kunst und Hightech.

Ähnlich arbeitet auch die Karlsruher Gruppe „robotlab“, die einen Industrieroboter zum Porträtmaler umprogrammiert und mit einer Fotokamera ausgestattet hat. Ein externer Rechner verwandelt das Foto in Umrisse, die der Roboter mit einem Filzstift auf einer Leinwand ausführt. Bis zu 13 Personen passen auf dieses Gruppenbild. Der Roboter bringt Fremde zusammen, lässt sie einander begrüßen, miteinander reden oder gestikulieren. Wenn das Bild voll ist, wird gelöscht. Flüchtige Eindrücke werden nicht mehr für die Ewigkeit konserviert, wie es die klassische Kunsttheorie verlangt, sie bleiben flüchtig. Der Roboter dreht die Funktion der Kunst um, erfüllt aber selbst nicht die an ihn gestellten Erwartungen der Zuverlässigkeit. Er wird vom Zufallsprinzip gesteuert, mit Milliarden an Verhaltensvarianten.

Auch Kirsten Geisler stellt ein altes Gesetz auf den Kopf. Bei ihr löst die „Affektenlehre“…

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von Christian Huther

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