Gespräche mit Kunstvermittlern · S. 374
Gespräche mit Kunstvermittlern , 1990

PETER FUNKEN SPRACH MIT RAINER FUCHS DEM ORGANISATOR DER AUSSTELLUNG »VOM KRIEGE« IM RAHMEN DES KULTURFESTIVALS »STEIRISCHER HERBST« IN GRAZ

Während des Kulturfestivals „steirischer herbst“ veranstaltete der Grazer Kunstverein vom 17.10 bis zum 6.11. die Ausstellung „VOM KRIEGE“. Gezeigt wurden Bilder, Objekte und Installationen von Heiner Blum, Ronald Jones, Jon Kessler, Mario Merz, Bruce Nauman, Pino Pascali, Michael Schuster, Hartmut Skerbisch, Rosemarie Trockel und Bill Woodrow. Über das Konzept der Ausstellung unterhielt sich Peter Funken mit dem Ausstellungsorganisator Rainer Fuchs.

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P.F.:Herr Fuchs, Sie haben zusammen mit Elisabeth Printschitz das Konzept für die Ausstellung „VOM KRIEGE“ im Grazer Kunstverein realisiert. Wie sind Sie zum Titel der Ausstellung gekommen?

R.F.:Die Ausstellung zitiert einen Buchtitel des vorigen Jahrhunderts, nämliche die Abhandlung von Carl v. Clausewitz zur Kunst der Kriegsführung. Damit ist aber nicht intendiert, die Theorien Clausewitz‘ zu aktualisieren oder durch zeitgenössische Kunst zu belegen, sondern es ist vielmehr so gedacht, daß dieser Terminus „VOM KRIEGE“ als eine offene und semantisch oszillierende Sprachfigur verwendet wird, die nicht von vornherein klar definiert ist, so daß die Kunstwerke auf diesen fix definierten Begriff hingeordnet sind. Es ist vielmehr umgekehrt so, daß durch die Kunstwerke die Bedeutung davon entsteht, was „VOM KRIEGE“ in der heutigen Kunst bedeutet oder bedeuten könnte.

P.F.:Wie kam bei dieser Ausstellung die Auswahl der Künstler zustande, welche Kriterien legten Sie zugrunde?

R.F.:Wie Sie bemerkt haben werden, haben wir Arbeiten aus den letzten 25 Jahren ausgestellt. Es ist also nicht nur thematisch, sondern auch zeitlich ein ziemlich offenes Feld, auf das wir uns eingelassen haben, und das Kriterium…

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