Titel: Essen und Trinken · von Jürgen Raap · S. 72
Titel: Essen und Trinken , 2002

DANIEL SPOERRI

Zyklus des Lebens

Ein Gespräch von Jürgen Raap

Daniel Spoerri wurde 1930 in Galati/Rumänien geboren, kam 1942 in die Schweiz. Er studierte in Paris klassischen Tanz und war dann 1954 Erster Tänzer am Stadttheater Bern, 1957 Assistent von G.R. Sellner am Landestheater Darmstadt. Dort gab er – ebenfalls 1957 – die Zeitschrift „Material“ für Konkrete Dichtung heraus.

1959 konzipierte Spoerri die Edition Mat, verlegte Multiples. 1960 entstanden die ersten Fallenbilder; im gleichen Jahr zählte er zu den Mitbegründern des „Nouveau Réalisme“. 1968 eröffnete er in der Düsseldorfer Altstadt das „Restaurant Spoerri“, gründete kurz darauf auch die Eat Art Edition.

Um 1978/79 entwickelte er das Prinzip des „Musée sentimental“ („Le Musée sentimental de Cologne“ im Kölnischen Kunstverein und „Le Musée sentimental de Prusse“ in Berlin). Mit Studenten der Kölner Werkschulen realisierte er 1981 die Rauminszenierung „Alice im Wunderland“. Von 1982-1989 war Spoerri Professor an der Münchener Kunstakademie.

Anfang der 90er Jahre ließ er sich in der Toskana nieder, gründete dort eine Stiftung und konzipierte seinen Skulpturengarten „Hic Terminus Haeret – Hier haften die Grenzen“ („Il Giardino di Daniel Spoerri“).

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Jürgen Raap: Die Wurzeln deiner künstlerischen Karriere liegen im Ballett und im Theater. Du hast auch später immer wieder an Bühnenbildern gearbeitet, etwa zu Inszenierungen von Peter Zadek. Kann man das Faible für die Inszenierung von Tischsituationen vor allem von dieser Theatererfahrung her beschreiben?

Daniel Spoerri: Bisher ist eine solche Herleitung meiner künstlerischen Tätigkeit aus dem Theater selten angesprochen worden. Doch seit einigen Jahren sehe ich selbst diesen Aspekt als sehr wichtig an, und deswegen nenne ich meine…

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