Ausstellungen: Berlin · von Peter Funken · S. 299
Ausstellungen: Berlin , 2002

PETER FUNKEN

Paco Knöller

»Schnitte. Plötzliche Gegenwart 1992 – 2002«
Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart,
Kupferstichkabinett, Berlin, 9.2. – 1.4.2002

Paco Knöller, 1950 in Obermarchtal/Donau geboren, begann seine künstlerische Ausbildung in den 70er Jahren an der Düsseldorfer Akademie bei Joseph Beuys. Seit langem lebt und arbeitet der Künstler in Berlin. Im Hamburger Bahnhof zeigt Knöller unter dem Titel „Schnitte. Plötzliche Gegenwart“ eine Ausstellung von mehr als dreißig, in der Hauptsache großformatigen Holzschnitten. Die ausgestellten Arbeiten entstanden in zwei Hauptphasen und fast ausschließlich in den Jahren 1992/93 und 2001/02. Die Auflagehöhe dieser Drucke ist meist niedrig und die Mehrzahl der Holzschnitten sind Originale. Auch ist es so, dass sie im ersten Moment kaum wie traditionelle Holzschnitte anmuten, denn Knöller arbeitet mit pastos aufgetragenen Offsetfarben, die die Oberflächenbrillanz von Ölfarben entwickeln können, zuweilen als hauchdünne Schicht erscheinen oder aber opake Flächen bilden. Knöller hat nicht ausschließlich mit Holzstöcken – meist aus Tischlerplatten – gedruckt, bei einigen Arbeiten benutzte er zusätzlich Luftpolsterfolie, deren Noppen ein definiertes Raster auf dem Bildträger hinterließen. Knöller druckte ohne Presse und allein mit dem Gewicht des Körpers auf glattem, schwerem Zeichenpapier, das im Zusammenspiel mit der Offsetfarbe anders reagiert, als die üblicherweise für den Handpressendruck verwendeten saugfähigen Papiere: die Farben verbinden sich demnach weniger stark mit ihrem Träger, scheinen manchmal eher über ihm zu stehen, zu schweben und zu schwingen. Dem Druckvorgang ohne technische Hilfsmittel ist etwas Spontanes und im Ergebnis nicht gänzlich Vorhersehbares eigen, nämlich eine Art von Überraschung und Plötzlichkeit der Bilderscheinung, die für die Ausstellung durchaus…

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