Monografie · von Rainer Metzger · S. 234
Monografie , 2002

RAINER METZGER

PINGPONG UM HALBZEHN

FALLENLASSEN, STEIGENLASSEN: ZU DEN RAUMBEZOGENEN ARBEITEN VON WERNER REITERER

Notationen: „Die Serie der Gezeichneten Ausstellungen„, so formuliert Werner Reiterer über die unablässige Folge seiner Papierarbeiten, „wird ständig ergänzt und erweitert. Da alle Zeichnungen in ihrer Herstellungsart gleichwertig behandelt werden – ich verwende 17 Bleistifte unterschiedlicher Stärke für genau 17 unterschiedliche Grauflächen – ist diese Serie von einem konstanten Formalismus geprägt, der es erlaubt, die unterschiedlichen Inhaltlichkeiten der einzelnen Zeichnungen besser ins Blickfeld des Betrachters zu rücken. Viele der Zeichnungen haben ihre tatsächliche Realisierung in Form von Installationen und Skulpturen erfahren, andere Ideen funktionieren wiederum nur im Medium Zeichnung.“

Werner Reiterer, Jahrgang 1964, hat an der Wiener Akademie der bildenden Künste Grafik studiert, und vielleicht liegen in dieser Ausbildung auch die Wurzeln für ein Verfahren, das zwischen der Traditionalität des Disegno und der Gegenwärtigkeit der Conceptual Art angesiedelt ist. Reiterer legt sich zeichnend, auf den immer gleichen Blättern im Format von 50 auf 70 Zentimetern und mit Hilfe der beschriebenen Palette an Stiften, ein Reservoir an Ideen an, eine Modellwelt, die fest verbunden ist mit der Quarantänestation künstlerischen Konzipierens, dem Atelier. Ob das, was hier ausgedacht und aufs Blatt gebracht wird, zweidimensional bleibt, plastisch wird oder sich gar zu Architektur aufwirft, ist dann Sache gelungenen Eigenmanagements. In den letzten Jahren immerhin ließen sich zunehmend mehr von diesen Entwürfen in die Realität umsetzen, und wer weiß, ob es wirklich, wie Reiterer sagt, Ideen gibt, die „nur im Medium Zeichnung“ funktionieren. In letzter Konsequenz ist Reiterers Arbeit, wie bei so vielen Positionen…

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