Nachrichtenforum: Kulturpolitik , 2012

2017 ist das „Luther Jahr“, denn am 31. Oktober 1517 soll der Überlieferung nach der Provinzvikar und Theologiedozent Martin Luther seine 95 Thesen an die Haupttür der Wittenberger Schlosskirche angeschlagen haben. Seine Polemik gegen die katholische Ablasspraxis und die damit verbundene „verkehrte Bußgesinnung“ gilt als Beginn der protestantischen Reformation. Der Deutsche Kulturrat begleitet die Vorbereitungen zum bevorstehenden Luther-Jahr mit einer „Luther 2017-Kolumne“ und seiner Verbandspostille „Politik und Kultur“ und auf seiner Internetseite. Hier kommt u.a. die Gießener Theologin Prof. Athina Lexutt mit ihrer Forderung nach einer Theologie zu Wort, die „weder im Chefsessel überheblicher Selbstsicherheit noch im Schaukelstuhl frommer Selbstgenügsamkeit ein Pantoffelchristentum pflegen wird“. Der Politiker André Brie outet sich als „linker Atheist, dessen Dogmen noch gründlicher gescheitert sind als die der katholischen Kirche“ und Cornelia Pieper (FDP), Staatsministerin im Auswärtigen Amt, verspricht, „gemeinsam mit dem Auswärtigen Amt diese Ideenwelt“ Luthers „…mit unseren Partnern in der Welt nutzbar“ zu machen.

Der Kölner Domprobst Norbert Feldhoff erstattete Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs und Verstoßes gegen das Versammlungsrecht gegen drei Aktivisten, die mit Solidaritätsbekundungen für die russische Punk-Band Pussy Riot einen Gottesdienst gestört hatten. Feldhoff hatte schon während des Moskauer Prozesses gegen die Punk-Musikerinnen vorab erklärt, derlei Störungen des Religionsfriedens nicht hinnehmen zu wollen; die „Würde des Domes“ zwinge ihn dazu, dagegen vorzugehen. Die Musikerinnen hatten in einer Moskauer Kirche bei einem Punk-Gebet lauthals gefordert, Gott möge Rußland von Wladimir Putin befreien. Daraufhin wurden sie wegen „Rowdytums“ zu je zwei Jahren Lagerhaft verurteilt. Der russische Außenminister Sergej Lawrow versuchte das Urteil gegen Pussy Riot angesichts…

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