Gespräche mit Philosophen · von Luca Di Blasi · S. 380
Gespräche mit Philosophen , 2005

Luca Di Blasi

Banalität ohne Ausweg ist extrem romantisch

Ein Gespräch mit dem Kunsttheoretiker und Theoriekünstler Boris Groys

Boris Groys zählt zu den profiliertesten Kunstphilosophen der Gegenwart. Er ist 1947 im Ostteil Berlins geboren, studierte 1965-1971 Philosophie und Mathematik, war bis 1981 wissenschaftlicher Mitarbeiter verschiedener Institute in Leningrad und Moskau, reiste 1981 in die BRD ein, wo er von Stipendien und als freier Autor lebte. Er promovierte 1992 (in Philosophie) an der Universität Münster und wurde schon zwei Jahre später Professor für Philosophie und Kunstwissenschaft an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe. Daneben ist er zuletzt auch als Kurator der Ausstellung „Traumfabrik Kommunismus“ in der Frankfurter Schirn Kunsthalle und als Projektleiter des Kongress „The Post-Communist Condition“ in Berlin hervorgetreten.

Zu seinen wichtigsten Veröffentlichungen zählen „Gesamtkunstwerk Stalin“ (1988), „Über das Neue. Versuch einer Kulturökonomie“ von 1992, „Die Kunst der Installation“ (zusammen mit seinem Freund Ilja Kabakov) von 1996, „Logik der Sammlung“ (1997) „Unter Verdacht. Eine Phänomenologie der Medien“ (2001), und zuletzt „Topologie der Kunst“ (2003).

Luca Di Blasi: Eine Figur, die sich durch Ihr Werk zieht, ist das Thema der Wandlung: Wie Konsumgüter, indem sie in den musealen Kontext gestellt werden, zu wertvollen Kunstwerken oder billige Kopien zu Originalen werden. Die Vorstellung, dass es nichts noch so Banales gibt, das nicht erneut zum Wertvollen umgewandelt werden kann, wirkt tröstlich. Doch in der Natur lässt sich Energie nicht ohne Verluste umwandeln. Kann die Kultur eine Art perpetuum mobile sein, in dem sich immer wieder das Wertlose ohne Verluste ins Wertvolle umwandeln lässt?

Boris Groys: Ja, ich…

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