Ausstellungen: Berlin · von Ralf Hanselle · S. 231
Ausstellungen: Berlin , 2010

Ralf Hansele

Berlin 89/09. Kunst zwischen Spurensuche und Utopie

»Die Demontage der Zeichen«

Berlinische Galerie, 18.9.2009 – 15.2.2010

Der „Wind of Change“ pfeift aus dem letzten Loch. Nie war soviel Mauer-Memento wie dieses Jahr, nie soviel Wendezeit wie jetzt. Von Wien bis Hamburg reichen in diesen Wochen die Gedenkausstellungen, die sich mit der Kunst rund um das annus mirabilis 1989 auseinandersetzen. „20 Jahre gewendet“, „Mauerblicke“ oder „Wir waren so frei“ lauten dabei die Titel, die zuweilen so austauschbar klingen, wie die ausgestellten Exponate selbst. Doch es gibt Ausnahmen. Zu diesen zählt zweifelsohne die noch bis Mitte Februar gezeigte Ausstellung „Berlin 89/09“ in der Berlinischen Galerie, dem hauptstädtischen Landesmuseum für moderne Kunst, Fotografie und Architektur. Kuratiert von Heinz Stahlhut, Leiter der hauseigenen Sammlung bildende Kunst und dessen Mitarbeiter Guido Fassbender zeigt diese ‘89er-Schau mit Arbeiten von mehr als vierzig Künstlern ein Crossover an Medien, Ausdrucksarten und Inhalten. Gemein aber ist allen ein enger thematischer Bezugsrahmen. Die sogenannte „Wende“, sie wird hier einzig aus Berliner Perspektive betrachtet. Es geht um die Umbrüche und Veränderungen, die die neue deutsche Hauptstadt in den letzten zwanzig Jahren erfahren hat. Und doch ist die hier gezeigte Kunst, die sich laut Untertitel „zwischen Spurensuche und Utopie“ bewegt, stets bunt, international und erstaunlich heterogen.

Eines merkt man gleich zu Beginn: Die Euphorie ist abgenudelt. Nichts könnte das besser veranschaulichen, als eine selten gezeigte Videoarbeit des Wahl-Londoners Wolfgang Tillmans. Während sich in seinem kurzen Film der leuchtende Mercedes-Stern auf dem Dach des Berliner Europa-Centers durch den Abendhimmel dreht, erklingen aus dem Off eine ungewöhnliche…

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