Titel: Kunst und Wirtschaft · von Irini Athanassakis · S. 70
Titel: Kunst und Wirtschaft , 2010

Irini Athanassakis

Fin Arts – Die feine Kunst und die Kunst der Finanzen

Kunst und Ökonomie führen keine glückliche Beziehung, dennoch sind sie, wie es scheint, unzertrennlich. Von der Moderne an hat sich die Kunst immer wieder geziert zu sehr in die Nähe des schnöden Mammons zu geraten, obwohl natürlich neben Ruhm und Ehre doch immer auch Monetäres erhofft wurde. Heute darf oder muss die Kunst, ja vielleicht auch der Kunstschaffende, längst Ware sowie ein besonders spekulativer – daher interessanter – Teil des Unterhaltungskomplexes sein. Hier sei daran erinnert, dass die Kunst seit jeher Dienerin und Unterhalterin des Klerus und staatlicher Autoritäten in Sachen Repräsentation und Kult war. Ab der Neuzeit durfte sie jedoch auch als Gehilfin bei der Identitätsfindung, bei der Entwicklung von Strategien der Distinktion und bei der Darstellung bürgerlicher Affekte fungieren.

Die Ökonomie ist in der Kunst ein eigenes Thema, Gottheiten des Geldes, des Handels, des Glücks und allegorische Darstellungen bildeten hierfür den Auftakt, in der Folge kamen etwa die berühmten Porträts von Geldwechslern hinzu. Die Moderne geht so weit, Geld als Kunstprodukt zu nutzen. Marcel Duchamps Ironisierung der Autorität des Geldes, der eigenen Berühmtheit, des ästhetischen Werts und der Stichhaltigkeit von Wert überhaupt und mit ihr auch die Möglichkeit des „Geldmachens“ sollten ihre Nachahmer finden. Zuletzt produzierte beispielsweise Michael Aschauer die „0-Euro-Währung“.

Geld gilt zwar trotz seines wahrscheinlich heiligen Ursprungs – als Geschenk bzw. Tauschobjekt für die Gottheiten in der Hoffnung auf eine gute Zukunft – seit dem Mittelalter als unrein oder aber, wie auch in Goethes „Faust“, als Teufelszeug,…

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