Ausstellungen: Köln , 2012

Annelie Pohlen

Bernd Krauß

»Das ist heute möglich«

Kölnischer Kunstverein, 30.6. – 9.9.2012

Stimmt! Heute ist vieles nicht nur möglich, sondern wird – so auch von Bernd Krauß – ungeniert ausgeführt. Wer sich fragt, ob all das heute Mögliche auch sinnvoll genannt werden muss, kommt auf der Suche nach einer stichhaltigen Antwort schnell ins Grübeln. Sicher, es dürfte genügend Kunst sinnige Besucher der ziemlich frappierenden Inszenierung im Kölnischen Kunstverein geben, die schon nach den ersten Schritten in die lang gestreckte Ausstellungshalle zu der Erkenntnis gelangen, dass heute zwar alles möglich, aber am Ende auch mehr oder weniger beliebig ist. Menschen, die immer noch wissen, was richtig und was falsch ist, mögen in aller Regel eines nicht: die Feststellung, dass ihr Ordnungsgefüge gültiger Wahrheiten längst marode ist.

Nun ist das, was Bernd Krauß vorführt, beileibe keine stilistische Innovation. Seit Fluxus und Happening, spätestens seit Harald Szeemanns Documenta 5 sind derart überbordende, ’stillose‘ Raumbesetzungen in der Kunst geläufig. Und der 1969 geborene, an einschlägigen Kunst-Kontext-Instituten ausgebildete, in diesen Kreisen mit einiger Distanz vernetzte, heute in Stockholm lebende Künstler ‚komponiert‘ in der von allen die Außenwelt abschottenden Fensterverkleidungen befreiten Halle eine derartige Fülle von Dingen, die nach Kunst aussehen und solchen, die anderswie vertraut sind, hinein, dass der eigene Erinnerungsfaden an das, was man gesehen hat oder auch nicht, ziemlich schnell reißen dürfte. Abhilfe leistet im gegebenen Fall ein anregend und klug gestaltetes Begleitheft.

„Bernd Krauß is working extremely hard and seriously to develop his art, and for me he’s one of the most promising young german artist….“, liest…

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von Annelie Pohlen

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