Kunstforum-Gespräche · von Jens Rönnau · S. 328
Kunstforum-Gespräche , 2015

Botschaften der gerade jungen Generation

„Vom Großen und Ganzen“.

Die Sammlung Haus N in der Gerisch-Stiftung Neumünster

Jens Rönnau im Gespräch mit dem Kieler Sammlerpaar Gunda und Peter Niemann

Die Gerisch-Stiftung zeigt die Kunstsammlung Haus N aus Kiel. Das Sammlerpaar Gunda und Peter Niemann, Mitinhaber einer Firma für Baumaschinen-Großhandel, hat in wenigen Jahren über 280 Werke internationaler Künstler zusammengetragen. Trotz vielfältiger Ausstellungsflächen in vier Häusern und Park kann nur ein kleinerer Teil gezeigt werden – in zwei Etappen.

Da bläht sich und erschlafft im Park ein Panzer von Michael Sailstorfer. Als Objekt der Macht ist es sarkastisch gegen den Strich gebürstet wie auch das Schlagzeug aus der Karosserie eines amerikanischen Polizeiautos. Die Kieler Sammler lieben Positionen aktueller gesellschaftlicher Diskurse, auch die Fotos mit „Rosen aus Afrika“ von Sven Johne – edle Sträuße – vernichtet im Taumel des Welthandels. Nebenan ließ Via Lewandowsky „Hansi“ abstürzen – den Wellensittich fürs Kleinbürgerliche. Kristin Danger, Kuratorin der ersten Schau, stellte das in Kontext mit Santiago Sierras Papst-Foto mit „NO“ über den Kopf oder mit der neon-schillernden Performance-Skulptur von Wu Tsang.

Vieles in der Sammlung gibt sich spröde, wie Thorsten Brinkmanns Plüschzimmer. Auf der anderen Straßenseite werden im „Efeu-Haus“ verlassene Räume mit schrundigen Tapetenresten in Dialoge mit Kunstwerken gezogen.

Seit August mischen sechs Kuratoren mit mehr oder weniger kunstspezifischem Hintergrund die Sammlung neu auf. Schüler eines Kunst-Profilkurses etwa zeigen Werke von Zhang Hui und Alexej Meschtschanow, die Kunstjournalistin Ingeborg Wiensowski Installationen von Marguerite Humeau und Hannah Perrey. Der Kunsthistoriker Bernd Brandes-Druba zeigt Arbeiten von Piotr Nathan und Jonathan Meese, der Zebra-Maler Peter…

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