Ausstellungen: Antwerpen , 1989

Renate Puvogel

British Sculpture 1960-1988

Museum van Hedendaagse Kunst, 21.1.-5.3.1989

Warum nur hat sich kein deutsches Institut interessiert gezeigt, diese außergewöhnlich informative Übersicht britischer Skulptur der letzten 30 Jahre zu übernehmen? An den hohen Kosten, die eine Skulpturen-Schau naturgemäß verursacht, kann es kaum gelegen haben, denn sie wurde vom British Council gefördert und von BP gesponsert. Wenn man in dem Katalog, der als hervorragendes Handbuch gelten kann, die im Anhang zusammengestellte Ausstellungs-Übersicht britischer Skulptur durchgeht, stößt man auf eine überraschende Verweigerung deutscher Museen gegenüber der Kunst auf der Insel. Abgesehen von den Klassikern Anthony Caro und Richard Long und dem in Wuppertal lebenden Tony Cragg, werden einzelne Bildhauer lediglich von deutschen Galeristen betreut. In diesem Falle ist die Reserviertheit umso bedauerlicher, als sich hier anhand von rund 100 Arbeiten von 37 Künstlern die einmalige Gelegenheit bietet, die Entwicklung britischer Skulptur im internationalen Vergleich zu prüfen. Dabei stellt sich heraus, daß sich die Künstler nach dem 2. Weltkrieg durch die Vaterfigur Henry Moore und seit etwa 1960 durch die Weltaufgeschlossenheit und Toleranz von dessen Schüler Anthony Caro aus ihrer Isolation befreien konnten, und daß sich dennoch durchgängig eine typisch englische Spielart jedweder internationalen Stilform ausmachen läßt. Das Antwerpener Museum, ein umgebautes Lagerhaus im Hafengelände eignet sich mit seinen über mehrere Stockwerke fließenden Vestibülen, Sälen, Kojen, Treppengängen und Emporen hervorragend, das vielgestaltige instrumentelle und geistige Gefüge spannungsvoll sichtbar zu machen, ohne auf eine chronologische Abfolge verzichten zu müssen. Wie ermüdend präsentieren sich dagegen zur Zeit die deutschen Maler derselben Dezennien in dem grandiosen, wenn auch…

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