Gespräche mit Künstlern · von Reinhard Ermen · S. 232
Gespräche mit Künstlern , 1989

Günter Umberg:

Ich male Tafelbilder

EIN GESPRÄCH MIT REINHARD ERMEN

Der Maler Günter Umberg hat sich seit Jahren intensiv um eine Neubewertung von Farbe bemüht. Davon zeugen seine höchst sensiblen Arbeiten, die in jeder Hinsicht eine Herausforderung für den Kunstbetrieb sind. Darüber hinaus hat er sich aber auch theoretisch der diffizilen Materie genähert, am ausführlichsten wohl in dem mit Joseph Marioni geführten Dialog „Outside the Cartouche. Zur Frage des Betrachters in der Radikalen Malerei“ (Neue Kunst Verlag, München 1986). So müssen Fragen an Günter Umberg notwendigerweise irgendwann bei existentiellen, grundsätzlichen Malereiproblemen ankommen; ja, der Künstler gehört keinesfalls zu jenen Figuren, die man nach ihren nächsten Plänen fragen kann. Trotzdem sind Umbergs Auskünfte keinesfalls dem Alltag entrückt. Sie legen Zeugnis ab von einem Kunstverständnis, das sich, jenseits aller Geschmacksurteile, selber in Frage stellt, wobei die Verbalisierungen immer wieder auf neue Grenzen stoßen (müssen?). An diesen Punkten kann auf die Malerei von Umberg verwiesen werden, die freilich nur schwer abzubilden ist, so daß sich die genauesten Auskünfte über Umberg nur vor den Originalen einholen lassen.

Schwarz?

R.E.: Du malst schwarze Bilder, ausschließlich schwarze Bilder; zuweilen mit Blau untermischt, warum immer schwarz?

G.U.: Zunächst einmal bin ich nicht daran interessiert, schwarze Bilder zu malen. Auch die Benennung meiner Arbeiten als ‚Schwarze Bilder‘ finde ich gar nicht gut. Mich interessiert eigentlich nur Malerei.

Du malst mit reinen Pigmenten, die, nur mit Dammar fixiert, unmittelbar auf einer Aluminiumplatte in mehreren Schichten verstrichen werden. Du malst die Pigmente gleichsam ohne Substanzverlust durch einen Verdünner. Hat diese Malweise etwas mit deiner Entscheidung für Schwarz…

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