Ausstellungen: Aarau · S. 302
Ausstellungen: Aarau , 2015

Max Glauner

Christian Marclay

»Action«

Aargauer Kunsthaus, 30.8. – 15.11.2015

Das Basler Kunstmuseum, die Zürcher Kunsthalle, das Kunstmuseum Bern – die großen Museumseinrichtungen der Deutschschweiz dümpeln durch Erweiterungspläne und ein einfallsloses Management eher glücklos vor sich hin. Erfreuliches lässt sich diesem Umstand insofern abgewinnen, als dadurch kleinere Häuser häufiger in den Blick geraten, die als Bühnen zeitgenössischer Kunst in letzter Zeit Profil gewinnen konnten. Dazu gehört das Aargauer Kunsthaus in Aarau. Kaum eine halbe Stunde Zugfahrt von Zürich entfernt, pflegt man hier ein Programm, das parallel zu wechselnden, thematisch fokussierten Sammlungspräsentationen, monografische Ausstellungen international renommierter schweizerischer Künstlerinnen und Künstler wie Mai-Thu Perret, Dieter Roth, oder nun aktuell Christian Marclay zeigt.

Der mittlerweile 60-Jährige wuchs, in Kalifornien geboren, als Sohn eines Schweizers und einer U.S.-Amerikanischen Mutter in Genf auf, wo er zwei Jahre an der Ecole Supérieure d’Art Visuel Kunst studierte, bevor er 1977 bis 1980 an das Massachusetts College of Art in Boston und die Cooper Union in New York wechselte. Bereits zum Ende seines Studiums setzte Marclay in einem Gitarrenduo Schallplatten, die er durch scratching manipulierte, als Rhythmusinstrument ein. Sein Credo, „I`ve always been interested in how sound visualy acts,“ wird von ihm in der Arbeit „Five Cubes“ (1989) wörtlich umgesetzt, indem er Vinyl-Schallplatten in fünf Klötze umschmilzt, oder er setzt den Betrachter des Videos „Guitar Drag“ (2000) den jaulenden Geräuschen eine E-Gitarre aus, die ein Truck hinter sich herzieht.

Marclay hat die Latenzzeit der 1980er-, 1990er-Jahre wie kaum ein anderer gespiegelt und mitgeprägt. Seine Arbeiten markieren nicht nur die Übergänge vom Punk zur Club-Kultur,…

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