Ausstellungen: Köln · S. 346
Ausstellungen: Köln , 1990

Claudia Posca

Der Klarheit wegen

Ausstellungsraum Domstraße 36, 10.11.-15.12.1989

Es ist alles anders: Eine Ausstellungsbesprechung findet ohne Abbildungsdokumentation statt. Eine Ausstellung in Köln zeigt anstelle gerahmter Bilder gerahmte Texte, die sich auf ein Bild Timm Ulrichs‘ beziehen, das wiederum das (Ab-)Bild der Mona Lisa zeigt, indem es wie das Schweißtuch der Hlg. Veronika ist. Diese Röntgenaufnahme der Mona Lisa hat Timm Ulrichs „Das Schweißtuch der Mona Lisa“ genannt. Es ist als Exponat Teil der Ausstellung „Der Klarheit wegen“, die Engelbert Becker, Georg Dietzler, Bence Fritzsche und Renate Paulsen nach der ersten konzeptuellen Ausstellung „Nicht zu verkaufen“ im Ausstellungsraum Domstrasse 36 realisierten. Hierbei handelt es sich um eine Ausstellung mit (Text-)Werken von 11 Autoren (Dorothee Bauerle, Christa Bürger, Peter Bürger, Amine Haase, Richard Hoppe-Sailer, Annelie Pohlen, Jürgen Raap, Florian Rötzer, Karlheinz Schmid, Raimund Stecker, Regina Wyrwoll), die auf je zwei Seiten einen Kommentar zu Timm Ulrichs‘ „Schweißtuch der Mona Lisa“ resümieren. Was sich im Rückblick unzweideutig formulieren läßt, ist zunächst mehr als zweideutig: Der Adressat nebenstehender Einladungskarte spielt auf einer ersten Ebene, ohne daß dies thematisch wird, seine Rolle im Konzept der Ausstellungsmacher, das auf das Verhältnis zwischen Kunst und Kunstkritik zielt. Zum Beispiel, indem dem Eingeladenen Fragen in den Sinn kommen, warum es möglich ist und was es ermöglicht, eine Ausstellung mit Texten zu machen, vorausgesetzt, ihm sind die auf der Einladungskarte stehenden Namen aus dem Kunstkritikerkontext bekannt. Ist dies bekannt, besteht die Denkmöglichkeit, daß sich die Autoren als heimliche Künstler entlarven, deren Werke bildlich über Timm Ulrichs‘ Bild reflektieren und darin der…

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