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Gespräche mit Kunstvermittlern · S. 464 - 467
Gespräche mit Kunstvermittlern , 1989

».. destilliert wie ein guter Schnaps.«

Marius Babias im Gespräch mit Frank Barth und Thomas Wulffen über die Ausstellung D&S

Daß eine Kunstausstellung nicht nur Funktionsform des Betriebssystems Kunst oder gar Bebilderung von Theorie sein muss, sondern sich auch als Strategie ihrer selbst verhalten kann – diese Hypothese in die Tat umzusetzen, hat sich das ehrgeizige Unternehmen ‚D&S Ausstellung‘ vorgenommen. Die Ausstellung mit über 40 Künstlern wird vom 14.10. bis 26.11.89 in Hamburg zu sehen sein. (Kunstverein, Kunsthaus und Innenstadt-Bereich.) Eine Analogie zu den überproportional vertretenen Künstlergruppen und deren Strategien findet sich in der Anonymisierung der Aufgabenbereiche innerhalb des Ausstellungsteams wieder (Frank Barth, Jürgen Schweinebraden, Karl Weber, Thomas Wulffen).

*

M.B.: Was verbirgt sich hinter den Kürzeln D&S, Persiflage auf Produkt- und somit Kunstmarketing oder irreduzible Komplexität?

T.W.: Wohl beides. ‚Dichotomie & Simultaneität‘ könnte eine Übersetzung sein. Das Logo will den Eindruck vermeiden, daß die Ausstellung, die diesen Titel trägt, eine Theorie bebildern will. Die Ausstellung muss aus den Werken sprechen.

F.B.: ‚Different & Simuliert‘ ist ein weiteres Begriffspaar, das aus dem zeitgenössischen philosophischen Diskurs stammt. Die Frage unterstellt, daß das Konzept der Ausstellung einen Niederschlag im Titel gefunden hat. Bei uns herrschten aber zuerst Vorstellungen über das Logo. Bei Thomas hatte es zu tun mit seiner ‚A&P‘ Ausstellung 1987 in der Galerie Zwinger, ich selbst habe 1980 in der Galerie in der Friedrichstrasses im Rahmen des ‚Vereins für Vollbeschäftigung und Erforschung des Unbemerkten e.V.‘ eine Ausstellung nur mit A&P Produkten mitorganisiert. Unsere persönliche Beziehung zur Verwendung von Kürzeln hat zum Titel ‚D&S‘ geführt.

M.B.: Das…

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