Messen & Märkte · von Jürgen Raap · S. 402
Messen & Märkte , 2010

Edvard Munch und Zirkus Hein

Jürgen Raap über die Art Cologne 2010

Die milden Frühlingstemperaturen ließen viele Kunstfreunde vor oder nach dem Art Cologne-Rundgang im Sonnenschein verweilen: auf der Terrasse vor dem Messeeingang luden zwanzig überdimensionierte Schaukelstühle zur Entspannung ein. „Rocking chairs“ nannten sich diese praktischen Skulpturen der Künstlerin Lilian Bourgeat.

Dass die Züricher Galerie Lange + Pult diese Stuhl-Skulpturen vor dem Entrée aufgestellt hatte, empfand der Münsteraner Galerist Mike Karstens als gelungenen Messe-Service: „Solch ein herrlicher Blick auf den Dom verursacht ja keine zusätzlichen Kosten“. Gerade mit solchen Kleinigkeiten habe der künstlerische Leiter Daniel Hug das Ambiente der Art Cologne in den vergangenen beiden Jahren enorm verbessert.

Auch sonst wurde Hugs konsequente Entrümpelung der ältesten Messe für zeitgenössische Kunst mit Lob bedacht. Dass fortan nur noch 180 Kunsthändler auf den zwei Ebenen der Halle 11 teilnehmen dürfen, garantiert eine größere Übersichtlichkeit: der untere Hallenteil ist für die Klassiker und die etablierte Avantgarde reserviert; in der oberen Etage tummeln sich die Vertreter der jüngeren zeitgenössischen Kunst.

„Daniel Hug hat es geschafft, die Messeleitung davon zu überzeugen, dass es eben nicht nur darum geht, an die Aussteller möglichst viele Quadratmeter zu vermieten, sondern um künstlerische Qualität“, stellte Gerd Harry Lybke (Leipzig/Berlin) befriedigt fest. Auch Galeristenkollege Karstens begrüßte den Gewinn an Besucherfreundlichkeit durch die deutlich wahrnehmbare Verkleinerung: „Meine Kunden freuen sich, dass man den Rundgang jetzt endlich an einem einzigen Tag ganz bequem schaffen kann“.

Durch diese Maßnahmen hatte das Messespektakel nicht nur optisch, sondern auch inhaltlich an Niveau gewonnen. Bruno Grossetti (Mailand) fühlte sich sogar ein wenig…

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