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Gespräche mit Kunstvermittlern · S. 400 - 402
Gespräche mit Kunstvermittlern , 1989

Gabi Czöppan
Für Frankfurt die sauren sieben Jahre

„DISKREPANZ ZWISCHEN ANSPRUCH UND WIRKLICHKEIT“

GABI CZÖPPAN SPRACH MIT PETER WEIERMAIR, DIREKTOR DES FRANKFURTER KUNSTVEREINS

G.C.: Wie beurteilen Sie das Aufkeimen von Frankfurt als Kunst- und Kulturmetropole?

P.W.: Alle wichtigen Gründungen sind jetzt gemacht worden. Es folgt die schwierige Phase, diese Leerformeln mit Inhalten zu füllen. Es gibt unzählige Institutionen mittlerweile, eine Reihe von sehr guten Leuten und ein sehr gutes Verhältnis zwischen mir, König, Amann und Gallwitz. Im Bereich der Kunst im öffentlichen Raum spielt sich das bereits sehr positiv ab. Es gibt einen Rat der Weisen, den die Stadt installiert hat, der darüber mitentscheidet. Ob dort das Verhältnis zwischen Sozialisten und Grünen gleich bleibt und ob das Konsequenzen hat, muß man abwarten.

Wie sehen sie die Situation für die Künstler hier?

Das ist das Manko in Frankfurt: Die Ateliersituation und die teuren Wohnungen. Künstler, für die es attraktiv ist, hierher zu ziehen, leiden unter den wahnwitzigen Mieten und den wahnsinnigen Kosten, die ein Atelier erfordert. Sie finden hier nicht die Arbeits- und Lebensbedingungen wie etwa in Berlin oder Köln, wo es sehr viele Altbauten und Ateliers gibt. Das muß geändert werden. Die Stadt ist zwar derzeit dabei, eine kleine Anzahl von Ateliers zu schaffen, aber da muß viel mehr gemacht werden. Natürlich ist das nicht so attraktiv wie etwa: Rückriem kommt nach Frankfurt oder Kaspar König übernimmt das Städel. Die Presse wird das im Moment nicht honorieren. Das sind die sauren sieben Jahre, durch die man wohl durch muß. Auch die Kunst im öffentlichen Raum ist…


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