Ausstellungen: Bregenz , 2000

Reinhard Ermen

Helmut Federle: »Personale«

Kunsthaus Bregenz, 9.12.1999 – 6.2.2000

Das Foyer ist Entree in die „Personale“, – Helmut Federle entwirft eine Exposition! Die Fotos geben freilich Rätsel auf: Fünf Schwarzweiß-Fotografien (Ohne Titel, 1982) mit ihrem meisterlich, distanzierten Blick auf Dinge und Detail (nature morte), stehen fünf Farbfotografien (The seven Sisters, 1998) gegenüber, sorgfältig ausgewählte ‚Schnappschüsse‘: Katze, Fische, tote und lebende Tiere. Federle macht eine Andeutung, durch das Schlüsselloch ist der Zipfel von etwas Grundsätzlichem zu sehen. Bildfindungsprozesse und Erfahrungen werden angedeutet, aber in den folgenden drei Etagen nicht weitergeführt. Allenfalls in formaler Hinsicht haben die beiden Fotosequenzen ein Stockwerk höher ihr Pendant in der „Black Series X“ (1992/93). Die auf weißem Papier begonnene 14-teilige Serie, wird über einen Materialwechsel auf elfenbeinfarbenes Papier mit deutlich sichtbarer Änderung der Technik fortgeführt. Federle hat beschlossen, dass sie zusammengehören, wie die ‚private icons‘ im Foyer. Gemälde und Gefäße bilden Idée fixe dieser Ausstellung. Auf den ersten Blick hat die Malerei, vertreten durch „Legion XXXV“ (1999) in dieser Exposition zu ebener Erde einen eher zurückhaltenden Auftritt. Maya Keramik, Seto Ware, Burmesische Lachschachteln und Mimbre Schalen appellieren bereits an common sense der Weltkunst; einige anthroposophische Gefäße aus Dornach mit ihren unfreiwillig komischen Verrenkungen wollen sich in diesen Kontext nicht fügen.

Helmut Federles Bregenzer Ausstellung ist eine zeitlose Retrospektive!. Die Nähe zu wahlverwandten Zeichen und Haltungen, die Spiritualität anderer Regionen hat Federle schon immer gesucht. Die Gefäße stammen aus seiner eigenen Sammlung; trotz der entrückten Provenienzen haftet ihnen noch ein Rest der persönlichen Nähe an. Und auch der Katalog versucht…

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von Reinhard Ermen

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