Nachrichtenforum , 2012

Ruprecht von Kaufmann trat zum Wintersemester 2012/13 eine Professur für Zeichnen und Anatomie an der HGB Leipzig an.

Die Muthesius Kunsthochschule Kiel und das Design Forum Finland stellten bis zum 7. Dezember 2012 im Kieler Lessingbad zwanzig finnische Designer vor. In der Ausstellung „Finnische Dunkelheit oder wie gestaltet man Licht?“ sind neueste Entwürfe zum Lichtdesign zu sehen, wobei die Werkschau thematisch in „Licht“, „Schatten“ und „Form“ gegliedert ist. Innen- und Außenbeleuchtung haben bekanntlich in Skandinavien auch wahrnehmungspsychologisch eine andere Dimension als in Mittel- oder Südeuropa, denn auf dem Breitengrad von Oslo – Helsinki erfolgt im Dezember der Sonnenaufgang erst gegen 10 Uhr vormittags, und nachmittags um 15 Uhr ist es schon wieder stockdunkel. Lichtdesign ist hier mithin nicht nur eine ästhetische Frage, sondern vor allem auch eine solche des Energieverbrauchs. Ein Workshop zur LED-Technik begleitet diese Ausstellung, da im LED-Chip bekanntlich der elektrische Strom bei geringer Wärmeentwicklung in Lichtenergie umgewandelt wird. Seit etwa 2004-2007 sind LED-Scheinwerfer serienmäßig in der Autoindustrie üblich und seit 2009 bei den Signalleuchten von Lokomotiven, seit 2010 auch bei Fahrradlampen.

Die Berliner Akademie der Künste macht das Archiv von Christoph Schlingensief öffentlich zugänglich. Es umfasst 40 Regalmeter an Briefen, Plakaten, Programmheften, Fanpost und Fotos.

Melvin Moti bespielte auf Einladung der European Kunsthalle und der Kunsthochschule für Medien Köln deren Ausstellungsraum „Glasmoog“. Bis zum 21. Oktober 2012 stellte er unter dem Titel „The Cosmic Community“ ein filmisches Diptychon vor, bestehend aus zwei 35 mm-Filmen. Sie thematisieren die Wahrnehmung von Farbe bei völliger Abwesenheit von Licht als Grauton.

Die Klasse Korpys/Löffler an der HfK Bremen bestritt im Herbst 2012 eine Ausstellung in der Bremer „Galerie mitte im Kubo“. Titel: „Das Schwarze zwischen Ende und Anfang“. Künstlerliste: Andreas Bernhardt, Samya Boutros Mikhail, Emese Kazár, Silvia Keppler, Danuta Kurz, Julian Öffler, Markus Oldenburg, Zahra Onsori, Michael Schmid, Figen Siafi.

Zum 40. Geburtstag der Bergischen Universität Wuppertal realisierte Mischa Kuball ein Lichtkunstprojekt auf den Gebäudetürmen des Campus. Mit den dynamischen Lichtbändern (Projekttitel: „MetaLicht“) wird die Silhouette der Universität in wechselnden Formen in das Stadtbild Wuppertals integriert.

Vom 23. bis zum 25. November 2012 richtete die Kunstakademie Münster ein Kolloquium innerhalb ihrer Reihe „Kunst und Wissenschaft im Gespräch“ aus. Initiiert wurde diese Reihe von Prof. Dr. Claudia Blümle, Prof. Dr. Gerd Blum und Stefan Hölscher. Im Mittelpunkt standenjeweils künstlerische Arbeiten und wissenschaftliche Projekte, die hier frei zur Diskussion gestellt wurden.

Spekulanten genießen beim Normalbürger selten einen guten Ruf, denn anstatt demütig die biblische Verdammnis zur Arbeit anzunehmen lieber das Geld für sich arbeiten zu lassen und selber sonst nichts mehr zu tun, außer den Finanzmarkt zu beobachten, widerspricht einer protestantisch-calvinistisch geprägten Arbeitstethik. Spekulation ist auch in der Wissenschaft verpönt, wo nur der exakte empirische Sachbeweis gilt. „Spekulation“ lautet das Thema der Jahrestagung, welche die Gesellschaft für Medienwissenschaft im Oktober 2012 an der Hochschule für Gestaltung Offenbach, an der Goethe-Universiät Frankfurt und an der Hessischen Film- und Medienakademie abhielt. An der HfG Offenbach widmete sich eine Podiumsdiskussion „Karl Marx und den Kreativen“, und eine Ausstellung über „Spekulationsgewinne“ begleitete die Tagung.

Seit 2004 stellt die Kunstakademie Münster in einer Ausstellungsreihe Positionen der Malerei vor. Dabei zeigen an wechselnden Kunstorten in Westfalen Professoren, Studenten und Absolventen ihre Arbeiten. Kuratoren sind Dr. Kathrin Höltge, Prof. Ferdinand Ullrich sowie die jeweilige Leitung des gastgebenden Ausstellungshauses. „Malerei 12“ wird zum 25. Jahrestag der Ernennung zur selbständigen Kunstakademie ausgerichtet und ist vom 30. November 2012 bis zum 29. Januar 2013 in der Alten Villa des Kunstmuseums Gelsenkirchen zu sehen. Künstlerliste: Berte Fellermann, Anna Fiegen, Klaus Geigle, Gregor Gleiwitz, Christoph Joachim, Jana Kiewit, Min Clara Kim, Barbara Kupfer, Lea Lethert, Daniela Löbbert, Fabian Nehm, Il Jong Park (ILLE), Johanna Reich, Anne Staab, Janine Tobüren, Mario Weinberg, Qiwei Zhang.

Die HGB Leipzig hat zwei neue Professoren in ihren Lehrkörper aufgenommen. Im Fachbereich Malerei/Grafik unterrichtet Jörg Ernert Malerei, Zeichnen und Komposition. Christoph Feist lehrt im Fachbereich Buchkunst/Grafik-Design) Zeichnen und Bild.

Prof. Matthias Winzen, Lehrstuhlinhaber für Kunstgeschichte an der HBK Saar Saarbrücken, konstatierte bei der jüngsten documenta 13 einen Paradigmenwechsel von einer mittlerweile klassisch gewordenen (Groß)-Kunstausstellung hin zum Event-Spektakel mit Hubschrauberflügen etc. Das dies nicht folgenlos bleibt und auf den gesamten Kunstbetrieb Einfluss nimmt, bedarf einer kritischen Betrachtung: „Die Eventisierung der documenta verzerrt immer mehr, welche Kunst überhaupt in Kassel gezeigt werden kann und welche großen Bereiche heutiger Kunstpraxis strukturell und diskussionslos ausgeschlossen werden“. An der Kunstakademie Mainz hielt Prof. Winzen dazu im September 2012 einen Gastvortrag über „Event als Verlust. Der touristische Erfolg der documenta als Abschied von ihrer historischen Bedeutung“.