Gespräche mit Kunstvermittlern · von Helga Meister · S. 387
Gespräche mit Kunstvermittlern , 2003

„ICH WILL KEINEN PRINZENLADEN UND KEINEN HEILIGENSCHEIN“

HELGA MEISTER IM GESPRÄCH MIT HELME PRINZEN

Helme Prinzen (83) hat ein Leben als Kunsthändlerin, Sammlerin und Malerin hinter sich. Nun übernimmt sie eine neue Rolle als Mäzenin. Sie rief die „Stiftung Junge Kunst“ ins Leben, deren Erlöse der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf zugute kommen, in Form von Ausstellungen, Stipendien und Ankäufen. Zugleich hat sie an ihrem zweiten Wohnsitz in den USA einen Trust gegründet, der dem Arizona State University Art Museum (ASU Fine Arts) dient. Im Gespräch mit Helga Meister schildert sie ihr Leben und die Ziele der Stiftung.

HELGA MEISTER: SIE WURDEN 1919 IN KREFELD GEBOREN. ZWISCHEN DIESEM DATUM UND DER GRÜNDUNG IHRER GALLERY 44 IN KAARST, 1972, LIEGT EINE WEITE ZEITSPANNE. ERZÄHLEN SIE ETWAS AUS IHREM LEBEN.

Helme Prinzen: Ich bin in Krefeld geboren, aufgewachsen, zur Schule gegangen und flügge geworden. Ich habe die Handelsschule besucht und eine kaufmännische Lehre gemacht. Mein Vater war Beamter und meine Mutter war Hausfrau, eine typische bürgerliche Familie also. Ich habe mit 24 Jahren in Cranz, Ostpreußen, einen Ostpreußen geheiratet, Volljurist und Regierungsrat. Da ich mich später von ihm getrennt habe, möchte ich den Namen nicht aussprechen. Ich nenne ihn nur J.W. Ich habe ihn in Krakau kennen gelernt. Die Familie lebte teilweise in Königsberg, hatte Immobilienbesitz in Berlin. Es war von Anfang an ein großzügiges Leben, auch was die Sesshaftigkeit anbelangt. Eigentlich hätte ich in die Familie hineinwachsen können, aber ich wollte mein eigenes Leben bauen. Jedenfalls habe ich mich frühest möglich abgemeldet und ihn um…

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