Ausstellungen: London , 2009

Edgar Schmitz

Indian Highway

Serpentine Gallery, 10.12.2008 – 22.2.2009

Astrup Fearnley Museum, Oslo, 4.4. – 21.6.2009

Indian Highway ist eine Ausstellung zu Indien, die sich vor allem dadurch auszeichnet, wie sie sich gegen die exotistische und wohl auch marktgetriebene Prämisse eines Überblicks über gegenwärtige indische Kunst sperrt. Die Prämisse ist erstmal spektakulär: unter dem Motiv eines Highways sowohl Mobilität als auch die Rolle digitaler Kommunikation für den Boom und die globale ökonomische Relevanz Indiens zu thematisieren. In der dramatischen Nachtansicht der Einladung und Wandtapete in der Galerie (Dayanita Singh, Dream Villa 11-2007, 2008), wird das demonstrativ und pikturesk in den Vordergrund gestellt. (Indien als Schwerpunkt eines forschungsintensiven Ausstellungsprojektes läuft natürlich immer Gefahr, als marktgetrieben wahrgenommen zu werden. Dass „Indian Highway“ Teil einer Trilogie von Ausstellungsprojekten ist, die mit der „China Power Station“ (2006) begann und mit einer für dieses Jahr geplanten Ausstellung zum Mittleren Osten fortgesetzt wird, unterfüttert das natürlich nur.)

Die Ausstellung selbst ist dagegen entschieden sperrig: von verspielt formalistischen Verweigerungsgesten gegen die implizite Illustrierungsforderung (Bharta Kher zeigt sein Bindiwandgemälde ironisch als Illustration entscheidender Verkehrs- und Kommerzknotenpunkte an) reicht die Spannbreite der Ablenkungen bis zu den lentikularen Fotos von Jitish Kallat, die illusionistische Tiefe vortäuschen ohne damit Einblicke gewähren zu können und die entschieden auf den Oberflächen der zugegebenermaßen geradezu malerisch intensiven Wandsegmente ruhen. Auch Nikhil Chopras bühnenbildartige Installation, in die der Besucher sozusagen als erstes hineinläuft und die den Künstler als Landschaftsmaler inszeniert (Chopra wohnte bis zur Eröffnung tagelang zeichnend im Zelt vor der Galerie), führt die Spannung zwischen Künstler und Publikum…

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von Edgar Schmitz

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