Gespräche mit Kunstvermittlern · von Jens Rönnau · S. 441
Gespräche mit Kunstvermittlern , 1997

»Je näher diese Sammlung an der Gegenwart dran ist, um so mehr sollte sie sich in einer permanenten Bewegung befinden«

Jens Rönnau sprach mit dem Direktor der Hamurger Kunsthalle Uwe M. Schneede

Das Jahrhundert-Ereignis für die Kunst in Hamburg heißt „Galerie der Gegenwart“, ein Neubau, der die Ausstellungsfläche des Kunsthallenkomplexes auf rund 12.000 Quadratmeter verdoppelt. Streng am Prinzip des Quadrats orientiert, hat sein Architekt Oswald Mathias Ungers einen hellen, würfelförmigen Block mit drei Etagen und einen Alt- und Neubau verbindendem Sockelgeschoß an das Ende der nun so genannten „Hamburger Museumsmeile“ (Deichtorhallen, Kunstverein, BBK, Galerien, Museum für Kunst und Gewerbe, Kunsthalle) gesetzt, positioniert auf einer gekappten Pyramide aus rotem Granit mitten im tosenden Verkehr der Straßen- und Schienenwege links und rechts, oben der Hauptbahnhof, unten die Wasserflächen der Alster. Das Innere des „Kunstbunkers“, so der Volksmund, dominiert ein erhabener Lichthof bis unter das Dach. Relativ niedrige Etagen beherbergen die Kunst der letzten 40 Jahre, die Kunsthallenchef Uwe M. Schneede hier zusammenbringen konnte.

Herr über das Haus ist Schneede seit 1991, bekannt ist es ihm indes von Kindesbeinen an. Der 1939 im nur 50-Kilometer entfernten Neumünster geborene Kunsthistoriker studierte in Kiel und München, promovierte über niederländische Malerei des 16. und 17. Jahrhunderts, war Assistent in der Düsseldorfer Kunsthalle, leitete den Württembergischen Kunstverein in Stuttgart (1968-73) und von 1973 bis 1985 den Hamburger Kunstverein, damals noch direkt auf dem Grundstück des heutigen Neubaus. Buchpublikationen aus der Feder Schneedes handeln über Van Gogh, Munch, Boccioni, Grosz, Ernst, Magritte, Kollwitz, Beckmann, Beuys sowie thematisch über Malerei des Surrealismus,…

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