Nachrichtenforum: Kulturpolitik , 2006

2006 feiert der Deutsche Kulturrat sein 25jähriges Bestehen. Er ist der Dachverband der einzelnen Lobbyverbände, z.B. des Deutschen Kunstrates, dem u.a. der Galeristenverband BVDG und die Künstlerverbände angehören. In seinen „Perspektiven bis 2007“ stellt der Deutsche Kulturrat fest, dass im Kulturbetrieb die „Zahl sozialversicherungspflichtig Beschäftigter“ mehr und mehr abnehme, während gleichzeitig die Zahl der Selbständigen und der Kleinunternehmer zunehme, vom PR-Büro bis zum Web-Designer. Der Kulturrat sieht in dieser Tendenz eine „schleichende Statusverschlechterung von Kulturberuflern“. Auch bei den kulturpolitischen Entscheidungsprozeduren erblickt der Kulturrat eine neue Tendenz: Im Zuge einer stärkeren Ökonomisierung und Globalisierung der Produktion und Vermittlung von Kultur werden die Rahmenbedingungen nicht mehr in den Kulturministerien, sondern in anderen Ressorts festgelegt. Für das Stiftungsrecht, für das Handels- und Wettbewerbsrecht sowie das Urheberrecht sind die Justizminister zuständig. Dort jedoch ist es allerdings oftmals Glückssache, ob die zuständigen Referenten aufgeschlossen genug für die spezifischen Verhältnisse im Kulturbetrieb sind.

2007 ist wieder ein documenta-Jahr, und die Etatplanungen für die Kasseler Mammut-Schau laufen schon längst auf Hochtouren. Zum ersten Mal ist die Bundeskulturstiftung mit im Boot. Sie überweist bis 2008 insgesamt 2,5 Mill. Euro nach Kassel. Die documenta 2002 musste noch mit etwa der Hälfte an Bundeszuschüssen auskommen, nämlich mit 1,3 Mill. Euro. Pro Jahr schüttet die Bundeskulturstiftung 38,3 Mill. Euro für diverse Kulturprojekte aus.

Die Stadt Kassel hat dem Museum Fridericianum für 2006 den Zuschuss um 10 % gekürzt. Die documenta 2007 scheint vom städtischen Sparkurs jedoch nicht betroffen zu sein. Documenta-Geschäftsführer Bernd Leifeld geht davon aus, dass es für seine Veranstaltung keine Etat-Kürzungen…

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