Biennalen: Moss · von Thomas W. Kuhn · S. 306
Biennalen: Moss ,

Momentum 10 – Nordic Biennial for Contemporary Art

The Emotional Exhibition

Moss 08.06.– 09.10.2019

von Thomas W. Kuhn

1998 rückten die beiden Kuratoren Laurence Bossé und Hans Ulrich Obrist in Paris die nordeuropäische Kunst in den Fokus ihrer Ausstellung Nuit Blanche im Musée de l’Art Moderne de la Ville de Paris. Was Obrist als „Nordic Miracle“ bezeichnete, markierte eine Internationalisierung der nordischen Kunstszene, die im selben Jahr im norwegischen Moss mit der 1. Ausgabe der Momentum-Biennale ihr Forum fand.

21 Jahre später, mit der 10. Ausgabe nutzte der Kurator Marti Manen (* 1976 Barcelona) die Gelegenheit für einen Rückblick, einerseits in Form eines lesenswerten Readers, der alle bisherigen Veranstaltungen dokumentiert und andererseits in Form einer Reihe von Kunstwerken, die auf den älteren Biennalen zu sehen waren. In Anlehnung an Roland Barthes stellt er seine Schau dabei unter das Dispositiv des Emotionalen und beschwört den performativen Charakter einer durch ihre Besucher und deren Empfindungen verlebendigten Ausstellung.

Ursprünglich noch eng auf die seinerzeit relativ überschaubare Kunstszene von Dänemark, Schweden, Finnland, Island und Norwegen ausgerichtet, hat sich die Biennale in den letzten zehn Jahren zunehmend internationalisiert. Dies dokumentiert auch eine Wandlung in der dortigen Kunstszene selbst. Assistenzkuratorin Anne Klontz (* 1978) führt in ihrem Essay zur Biennale als Beleg dieser Veränderungen ein Zitat der Künstlerin Johanna Billing (* 1973 Jönköping) an, die den Verlust der einst engen sozialen Verbindungen untereinander konstatiert. Zu diesem Umstand gehört, dass nicht wenige Künstler nordischer Provenienz mittlerweile außerhalb dieser Region leben, nicht selten in Berlin, wie etwa die Künstlerin Åsa Cederqvist (* 1975 Stockholm)…

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