Nachrichtenforum: Museen & Institutionen , 2014

Das Haus der Kunst in München wurde 1937 im Stil eines reduzierten Klassizismus erbaut, dem Zeitgeschmack der Nazis entsprechend, die es auch als „Haus der Deutschen Kunst“ nutzten. Heute ist es ein Ausstellungshaus vornehmlich für Gegenwartskunst, freilich ohne eigene Sammlung. Als Okwui Enwezor 2011 die Direktion übernahm, kam auch das Management einer umfassenden Sanierung auf ihn zu. Dass er 2015 als Leiter der Biennale von Venedig wirkt, registrieren manche Kulturpolitiker in München derzeit mit einigem Missfallen, wo doch das Sanierungsvorhaben stockt und Enwezor deshalb aus Münchener Sicht besser als Krisenmanager vor Ort gefragt wäre. Die 60 Mill. Euro teuren Umbaumaßnahmen für das marode Gebäude unter der Leitung des Architekten David Chipperfield sollten nämlich eigentlich schon 2014 beginnen, doch mit dem Rückzug der Schörghuber-Stiftung als Sponsor ist die Finanzierung nicht mehr gesichert: die Stiftung will künftig lieber soziale Projekte unterstützen anstatt weiterhin jährlich 500.000 Euro für den Betrieb des Haus der Kunst zur Verfügung stellen. Das waren immerhin elf Prozent des Jahresetats. Zudem ist der Förderverein intern zerstritten – er hatte das Ausstellungshaus immer mit namhaften Geldbeträgen unterstützt, vertagte jedoch seine jüngste Mitgliederversammlung im Zwist. Die Sanierung werde wohl erst 2016 in Angriff genommen, heißt es nun. Während der grüne Kulturpolitiker Sepp Dürr dem Kunstminister Ludwig Spaenle (CSU) und seinen Leuten „Totalversagen“ vorwirft und an der Verlässlichkeit von Sponsoren aus der Privatwirtschaft zweifelt, hat man im Kunstministerium keine Eile: man müsse sich nun „neu aufstellen und alle Optionen prüfen“, lässt das Ministerium verlauten. Für 2014 sei „der Wirtschaftsplan“ gesichert, und bis…

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