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Titel: 59. Biennale Venedig - Länderbeiträge Stadtgebiet · von Sabine B. Vogel · S. 381 - 382
Titel: 59. Biennale Venedig - Länderbeiträge Stadtgebiet ,

Nepal

Ang Tsherin Sherpa

TALES OF MUTED SPIRITS-DISPERSED THREADS-TWISTED SHANGRI-LA

Kommissar*innen: Kancha Kumar Karmacharya (Nepal Academy of Fine Arts), Sangeeta Thapa (Siddhartha Arts Foundation) Kurator*innen: Hit Man Gurung und Sheelasha Raj Bhandari Ort: Castello 994

Am Ende der Via Garibaldi debütiert die Republik Nepal mit einem eigenen Beitrag, für den Ang Tsherin Sherpa (1968) eingeladen wurde. Geboren in Kathmandu, lebt Sherpa heute in den USA. Er gilt als wichtigster zeitgenössischer Künstler Nepals. Durch seinen Vater, Meister Urgen Dorje, in der traditionellen Thangka-Malerei ausgebildet, nutzt er Elemente und Techniken dieses kulturelle Erbe. Thangka sind meist Rollbilder, die nach genau definierten, ikonografischen Vorschriften in Bezug auf Körperformen, Kleidung, Körperhaltung erstellt werden, oft das religiöse und kulturelle Leben darstell(t)en und in privaten Meditationsstätten hingen.

Für den Pavillon arbeitete Sherpa mit anderen Künstler*innen aus Nepal zusammen, um das Bild des Landes zu revidieren: Im Gegensatz zu dem idealisierenden und romantisierenden Klischee betonen sie die Realität in ihrem Statement. „Vom 19. bis zum 20. Jahrhundert wurden viele indigene Gruppen in Nepal gezielt ausgegrenzt und durch staatliche Mechanismen unterdrückt, die sowohl regionalen als auch kolonialen Mächten zugutekamen“, heißt es im Text. Im Pavillon wollen sie Klischees über Nepal aufgreifen, um sie zu brechen. Aber ist das mit historischen Techniken möglich? Wir betreten einen schummrig-dunklen Raum, in dem Ausbeutung, Vertreibung und Verlust nur unterschwellig zur Sprache kommen. Im Erklärungstext lesen wir, dass die kulturellen Traditionen durch Kolonialmächte in Konsum verwandelt wurden und ihre spirituellen Bedeutungen verloren gingen – ein Auflösungsprozess, auf den Sherpa mit seiner Zersplitterung des zentralen…

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