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Titel: 59. Biennale Venedig - Länderbeiträge Arsenale · von Sabine B. Vogel · S. 322 - 322
Titel: 59. Biennale Venedig - Länderbeiträge Arsenale ,

Neuseeland

Yuki Kihara

PARADISE CAMP

Kommissarin: Caren Rangi, Creative New Zealand Kuratorin: Natalie King Ort: Arsenale

Ähnlich wie in Mexiko, Chile und im Nordischen Pavillon stammt auch der Beitrag für Neuseeland aus einem indigenen Kontext. „Paradise Camp“ sei eine „Fa’afafine-Utopie“, fasst Yuki Kihara ihr Projekt zusammen. Kihara kommt aus Samoa, einem kleinen Inselstaat in Polynesien. Seit 1962 unabhängig von Neuseeland, leben hier knapp 200.000 Einwohner. Der östliche Teil der Inselgruppe ist seit 1929 ein Außengebiet der USA. Fa’afafine heißt in der samoanischen Sprache „in der Art einer Frau“. Es ist eine biologisch männliche, sozial als Frau erzogene Person, die in der Gesellschaft Aufgaben wie Altenpflege übernimmt – so kann man die Erklärung zu diesem Begriff im Internet lesen. Diese angebliche Tradition, korrigiert Kihara im Gespräch harsch, sei eine koloniale Erfindung, „die unsere Gemeinschaft exotisiert“.

Fa’afafine sei man aus freier Entscheidung, aber im Gegensatz zur westlichen Welt sei es ein eigenständiges Geschlecht. Mit Videos, Fotografien, Collagen und einer eigenen Sektion zu Paul Gauguins Tahiti-Bildern thematisiert Kihara hier Kolonialismus und Transgender, seziert die erotischen und exotischen Aspekte von Gauguins Bildern und stellt einige als Portraits der queeren samoanischen Kultur nach. Ein 3D-Druck eines Unterwasserberges, der früher Fa’afafine geheißen habe, ist in Regenbogenfarben getaucht – die hier nicht als im Westen übliches Symbol für die LGBTIQ-Kultur gelten, sondern im Sinne der Samoa-Tradition als Brücke zu den Vorfahren, betont Kihara. Sie wolle es vom „westlichen Diskurs zurückholen“ – ein Anliegen, das ihren gesamten Beitrag durchzieht.

Yuki Kihara ist auch die Initiatorin des „1. Solidaritäts-Netzwerk“ der Biennale…

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