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Report · von Noemi Smolik · S. 323 - 327
Report ,

Nicht nur ein Ort der Kunst

Das Pinchuk Art Centre in Kiew
von Noemi Smolik

Von solch einem Besucherandrang können die meisten Ausstellungsinstitutionen zeitgenössischer Kunst in Westeuropa nur träumen. Täglich kommen an die 1.500 meistens junge Leute, so dass sich manchmal Schlangen vor dem Eingang bilden. Im September 2006 von dem Multimilliardär Pinchuk gegründet, gehört das Art Centre heute zu einer der auch international bedeutendsten Institution. Sein Gründer, Viktor Michailovich Pinchuk, machte in den 90er Jahren als Ingenieur mit einigen Erfindungen in der Metallindustrie sein erstes Geld, später sicherte er sich in der Ukraine das Monopol für die Herstellung von Pipelines und Stahlrohrleitungen, mit denen er solche Unternehmen wie Gazprom und Rosneft beliefert. Wegen dieser Verbindungen zu staatlichen russischen Unternehmen begegneten am Anfang viele, vor allem im Westeuropa, Pinchuks Vorhaben mit Skepsis. Doch mit der Zeit gelang es dem Art Centre sich mit seinen Ausstellungen, mit der Ausschreibung des Future Generation Art Prize und vor allem mit seinen gesellschaftlich politischen Aktivitäten Respekt zu verschaffen.

Jahrelang engagierte sich Pinchuk als Parlamentarier für die europäische Ausrichtung der Ukraine. Heute hat er sich aus der aktiven Politik zurückgezogen, wobei er weiter verschiedene Stiftungen, wie zum Beispiel die Soros Stiftung, die sich für eine offene Gesellschaft einsetzt, großzügig mit finanziellen Spenden unterstützt. Daher ist es in seinem Interesse, dass auch das Art Centre sich nicht nur auf künstlerische Aktivitäten beschränkt. Als 2014 die Demonstrationen auf dem Kiewer Maidan Platz stattfanden, verwandelte sich das in der Nähe des Platzes gelegene mehrstöckige Gebäude des Pinchuk Art Centres in ein…

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