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Titel: Kann KI Kunst? AI ART: Neue Positionen und technisierte Ästhetiken - 2 — Künstler*innengespräche zur AI ART · von Hans Dieter Huber · S. 152 - 161
Titel: Kann KI Kunst? AI ART: Neue Positionen und technisierte Ästhetiken - 2 — Künstler*innengespräche zur AI ART ,
Titel: Kann KI Kunst? AI ART: Neue Positionen und technisierte Ästhetiken - 2 — Künstler*innengespräche zur AI ART

Philippe Parreno

Das Echo der Maschinen
Ein Interview von Hans Dieter Huber

Philippe Parreno studierte an der École des Beaux-Arts in Grenoble und am Institut des hautes études en arts plastiques am Pariser Palais de Tokyo. Parreno lebt und arbeitet in Paris. In den 1990er Jahren erlangte er große Beachtung und wurde von der Kritik für sein medienübergreifendes Werk, das Film, Skulptur, Zeichnung und Text einschließt, gerühmt. Parreno definierte das Ausstellungserlebnis radikal neu, indem er es als Medium auffasste und dessen Gestaltung in den Mittelpunkt stellte. Indem er die Möglichkeiten der Ausstellung als kohärentes „Objekt“ und nicht als eine Ansammlung einzelner Werke untersucht, wird sie zu einem offenen Format, das sich von Mal zu Mal unterscheidet, und zu einem Rahmen, in dem Dinge erscheinen und verschwinden können. Seit 2017 verwendet er in seinen Werken, vor allem in seinen Animationsfilmen Anywhen, echo.world und The Owl in Daylight Künstliche Intelligenz, die entscheidet, welche Einheiten in Abhängigkeit von sensorischen Umgebungsdaten wie Luftdruck, Wetter oder Besuchern miteinander kombiniert, überblendet oder gemixt werden. Auf diese Weise entsteht ein selbstlernender Automat, der sich wie eine Kreatur über die Zeit verändert und entwickelt. In seinen Ausstellungen in der Tate Modern, London 2016 / 17, und im Gropius Bau, Berlin 2018, hat Parreno einen Hefe-Reaktor verwendet, der einerseits von chemisch-biologischen Reaktionen der Umgebung irritiert wird, andererseits selbst Veränderungen in der Ausstellung hervorruft, indem er durch sein Verhalten Leinwände, Rolläden, Licht und Sound steuert. Diese Art der Verwendung von biologischer Intelligenz in der Choreographie komplexer Ausstellungsinstallationen ist bisher völlig neuartig.

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von Hans Dieter Huber

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