Ausstellungen: Basel , 2002

DORA IMHOF

Richard Prince. Photographs

Museum für Gegenwartskunst Basel, 8.10.2001 – 24.2.2002

Ein Mann lehnt am Zaun. Dunkel hebt sich seine Silhouette vor dem tiefen Abendrot des Hintergrunds ab, kaum etwas ist von ihm erkennbar außer den Insignien seines Berufes: Hut, Lasso, Stiefel mit Sporen.

Richard Princes Fotografien sind Bilder der Verführung, mit Genuss führen sie uns die Strategien vor, mit denen uns unsere Träume (zurück-) verkauft werden. Eine Mischung aus Faszination und Kritik, die, nachdem sie in den 1980er Jahren im Zuge der Appropriation Art Karriere gemacht hat, auch heute noch wirkt. In keiner seiner Arbeiten kommt dies so gut zum Ausdruck wie in den Cowboys – ein Motiv, das der Künstler seit den 1980er Jahren immer wieder bearbeitet hat. Obwohl kein Schriftzug mehr sichtbar ist und die Bildausschnitte zum Teil stark verändert wurden, bleibt die Vorlage, die Marlborowerbung, immer klar erkennbar. Schon als Werbung sind die Bilder einprägsam und evokativ, doch Richard Prince reduziert sie noch stärker auf das Wesentliche. In der Basler Ausstellung sind aus dieser Serie ausschließlich Arbeiten neueren Datums zu sehen. Prince bearbeitet die Bilder nun digital und verändert sie stärker als zuvor, verleiht ihnen flockige Unschärfe, zoomt Ausschnitte noch näher heran. Ein Bild zeigt kaum mehr als einen Cowboyhut von oben und einen erhobenen Arm, der zusammen mit dem extremen Hochformat des Ausschnitts dem Bild eine starke Dynamik verleiht. Fast immer schwingen die Männer mit der erhobenen Hand ein Lasso, sind ganz Aktion und Kraft. Von den Cowboys selbst ist im verschatteten Profil höchstens noch ein markantes Kinn…

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