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Ausstellungen: Berlin · von Jutta Schenk-Sorge · S. 362 - 364
Ausstellungen: Berlin , 1999

Jutta Schenk-Sorge
Teresa Hubbard und Alexander Birchler

»Motion Pictures«
Galerie Barbara Thumm, Berlin, 25.7. – 7.8.1999

Motion Pictures” überschreibt das Künstlerduo Hubbard und Birchler die Galerie-Installation seiner jüngsten Werkserie. Und tatsächlich ähnelt der Ausstellungsbesuch ein wenig einem Kinobesuch. Denn wechselt man aus dem lärmigen Berliner Metropolen- und Baubetrieb in die Galerieräume, so taucht man in eine andere Welt ein. Die vier fast lebensgroßen Foto-Diptychen, die über mehrere Wände hinweg Fragmente einer Geschichte entrollen, und das dazugehörige Video, führen in ein verstaubt kleinbürgerliches Ambiente, das auf den ersten Blick eher uninteressant wirkt. Doch bald bemerkt man, dass die Szenerie von “Gregor´s Room”, so der Titel der Werkgruppe, von flüchtigen, schwer fassbaren Andeutungen und Zeichen durchzogen ist, die zu fixieren und zu verstehen, einen zunehmenden Sog auf die Aufmerksamkeit des Betrachters ausübt. Wie in Hitchcocks Film “Das Fenster zum Hof” beginnt man zu zweifeln, ob tatsächlich alles so harmlos ist, wie es sich darstellt. Die Amerikanerin Teresa Hubbard (*1965) und der Schweizer Alexander Birchler (*1962) teilen die unstillbare Faszination der Mehrheit der Menschen durch Geschichten und Fiktionen. Das Duo, das seit 1990 zusammenarbeitet und derzeit an den Biennalen von Venedig und Melbourne beteiligt ist, setzt vor allem auf das narrative Potential der Fotografie. Sie inszenieren ihre Bilder wie Filmsets minutiös bis ins Detail. Ein Script wird verfasst, Kulissen werden gebaut, Lichtführung, Kostüme und Requisiten abgestimmt und Darsteller ausgewählt, falls sie die Rollen nicht selbst übernehmen. Alles geschieht, um Glaubwürdigkeit zu erzielen, durch höchste Künstlichkeit zu einer eigenen Wahrheit zu gelangen. Dieser enorme Aufwand produziert…



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von Jutta Schenk-Sorge

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