Köln: Jüdisches Viertel soll Weltkulturerbe werden

12. November 2020 · Kulturpolitik

Mit dem Gründungsdatum 321 n. Chr. gilt die Kölner Synagogengemeinde als die älteste jüdische Gemeinde nördlich der Alpen: Der römische Kaiser Konstantin erlaubte in jenem Jahr auch den Juden Berufungen in die „Curia“, die stimmberechtigte Bürgerschaft in der Garnisonsstadt am Rhein. Seit dem 11. Jh. wohnten die meisten Juden bis zu ihrer endgültigen Vertreibung 1424 im heutigen Rathausviertel. Im vergangenen Jahrzehnt unternahm man dort die Gestaltung einer „Archäologischen Zone“ mit einem Museumskomplex: rund um die Relikte des jüdischen Kultbades „Mikwe“ werden die Ausgrabungen auf dem Rathausvorplatz derzeit in einem Jüdischen Museum zusammen gefasst, dessen Eröffnung für 2024 angekündigt ist. Die Stadt Köln und der Landschaftsverband Rheinland haben nun beim Land Nordrhein-Westfalen einen Antrag eingereicht, es möge das Jüdische Viertel auf die Vorschlagsliste für Unesco-Welterbestätten setzen. Denn die seit 2007 vorgenommen Ausgrabungen forderten manche Kostbarkeiten zutage, u.a. die Ruinen von Tanzhaus, Hospital, Bäckerei und Synagoge, aber auch kleinere Objekte wie einen goldenen Ohrring. Es böte sich an, als Weltkulturerbe die Geschichte des Kölner Judenviertels mit dem benachbarten Praetorium zu verbinden – der römische Statthalterpalast verfügte seinerzeit über eine Fußbodenheizung, die für damalige Verhältnisse technisch herausragend war. Die Reste wurden 1953 beim Wiederaufbau des „Spanischen Baus“, einem Teil des Rathauskomplexes, wieder entdeckt.

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