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Ausstellungen: Essen · S. 340 - 342
Ausstellungen: Essen , 1985

5 junge Bildhauer

im Museum Folkwang zu Essen

Das Feld jüngster Entwicklungen in der Bildhauerei wird zunehmend dichter bepflanzt. Hat man bislang der expressionistisch angehauchten Malerei/Bildhauerei erhöhte Aufmerksamkeit geschenkt, so geraten mehr und mehr kühlere ‚Konstrukteure‘ und skulpturale Bildentwerfer in das Blickfeld der Öffentlichkeit. Mit 5 jungen deutschen Bildhauern hat Zdenek Felix im Essener Museum Folkwang den Versuch unternommen, die breiten Möglichkeiten der Bildhauerei heute in Einzelpositionen unter die Lupe zu nehmen. Mit Albert Hien, Jindrich Zeithammel, Hubert Kiecol in enger Nachbarschaft und diesen in Konfrontation zu Meuser und Georg Herold, ohne daß solche nachbarschaftlichen und gegensätzlichen Positionen tatsächlich behauptet werden, läßt sich ein dichtes Geflecht von Gemeinsamkeiten und Widersprüchen herstellen. Dabei wird man sagen dürfen, daß Georg Herolds bis zur Gemeinheit spröden Skulpturen aus Holz, Leinwand, Stacheldraht u.a. sicher die meisten Stachel in Auseinandersetzung mit dem zivilisatorischen Umfeld heute bietet. Drei Skulpturen, hoch aufragende Monsterblöcke, davon zwei mit unbearbeiteter Leinwand bedeckt, eine mit ‚heruntergelassener‘ Leinwand, suggerieren ein rüdes Menschenbild, ein aggressives Spiegelbild unserer Zeit. Wahrlich Kontrapunkt dazu die feierlich ruhigen Skulpturen von Zeithammel, einfachste geometrische Körper aus Holz, frei auf dem Boden schwebend oder als Relief/Bilder an der Wand, dazu ein leerer und doch Ehrfurcht gebietender Schrein. Zeithammels Skulpturen strahlen meditative Ruhe und die zeitlose Energie der reinen Form aus, die in ihrer handwerklich einsehbaren Einfachheit und Präzision und der kühlen stofflichen Energie des Holzes oder der bedeckenden, ummantelnden Farben gesteigert wird. Dieser Ruhe setzt Albert Hien in seiner raumfüllenden Installation von an der Decke hängendem Turm, an der Wand hängendem…

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