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Titel: Cross Culture · S. 224 - 235
Titel: Cross Culture , 1985

Discount-Kunst

Als Gegenstrategie zum etablierten berliner Kunsthandel wird 1984 das “Discount-Kaufhaus für Kunst” in Kreuzbergs Luckauer Straße gegründet. “Die Luckauer mündet in die Oranienstraße direkt auf der Höhe des Moritzplatzes. Neben der Galerie steht ein besetztes Haus. Die Leute dort sind mißtrauisch gegen den Geruch von Kulturschickeria. Bei der Eröffnung noch einer neuen Galerie in dieser Umgebung machte sich bei den Besetzern erstmals Ablehnung breit. “Eine Bäckerei wäre eher gefragt” (I. Bichler). Trotzdem machten Funny van Dannen, Carina Dajka und Richard Hirsch weiter. Konzept der Galerie: Kunst soll sich in einem neuen sozialen Kontext durchsetzen, soll neue Interessenten und neue Käufer finden. “Wir gehen ins ‘Ghetto’, um die Kunst aus dem Ghetto herauszuführen. Die Umgebung provoziert unsere Arbeit. Wir stehen in Konkurrenz zum Kitsch und Anarcho-Graffiti, zu Mordillo-Postern und Dali-Repros. Wir wollen Kunst als ‘Lebensrnittel’ wichtig machen, wie Brötchen. Deshalb ein Angebot des spielerischen ‘für jeden etwas’, deshalb das Ausspielen eines niedrigen Discount-Preises als Stimulanz. Kunst soll als erwerbbare Ware begriffen werden. Zugleich bringen wir uns selbst als Künstler ins Gespräch. Wir sind hier, weil für uns der Künstler Teil seiner Kunst ist. Wenn die Leute sich mit uns auseinandersetzen, sich für uns interessieren, kriegen sie einen Zugang zu den Werken” (Funny van Dannen). Erweitert wird der Ansatz durch “Kunst als Erleben”. Aktionen, Dia-Shows, Filme, Musik- und Sprach-Performances finden im Discount-Kaufhaus statt. Als Gäste traten auf: VEB-Sehnsucht, Der kulturelle Einfluß, Plash, Ra-Theater, Courant DUZ, Die träumenden Knaben und: Die nackte Mu.

anus und marzipan (märchen für verwachsene)

anus war ein kleiner stinker er…

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