Titel: Video - 20 Jahre später · S. 110
Titel: Video - 20 Jahre später , 1985

Marcel Odenbach

1953 geboren. Lebt in Köln.
1978 „Sich selbst bei Laune halten“, 12 Min.
1982 „Der Widerspruch der Erinnerungen“, 16 Min.
1983 „Als könnte es mir an den Kragen gehen“, 39 Min. „Die Distanz zwischen mir und meinen Verlusten“, 9 Min.
1984 „Vorurteile“, 8 Min.

Das Schweigen deutscher Räume erschreckt mich, 1982

Architektur, besonders Städtebau, Kunstgeschichte und Semiotik hat Marcel Odenbach bis zum Diplom studiert (1979). Dabei ging es ihm um die Befähigung zu moderner methodischer Analyse der nicht offensichtlichen Gestaltung und Zerstörung von gesellschaftlichem Zusammenleben in privaten und öffentlichen Bereichen und Räumen. Odenbachs Anspruch, seine anschaulichen und seine abstrakten Reflexionsvorgänge dem Publikum zur selbständigen Beurteilung zu überlassen, also der Anspruch des Künstlers auf ein emanzipiertes Publikum, äußerte sich in Odenbachs theoretischen und dichterischen Kommentaren zu seinen Zeichnungen oder in ausführlichen Video-Konzepten. Ihr Thema ist die Anti-Pop-Konfrontation, sind Ding- und Kommunikationszitate aus dem täglichen Milieu, das keine Konsumstars kreiert, dafür aber den Status quo liebt.

Odenbachs systematische Ablehnung einer Blickfang-Kunst und die Einsicht in sein Interesse, nicht neue Bilder zu erfinden, sondern die spezifische soziale und psychische Herkunft der alten Bilder zum kritisch aber auch substantiell empfundenen Ausgangspunkt für andere zeitgenössische Umgangsformen mit ihnen zu nehmen, um das alles zu bewerkstelligen, bot sich Odenbach die Metamorphose der gewohnten Dinge im gezeichneten Montage-Roman oder Rollbild an. Als das Fernsehen, die Bildmaschine des Bürgers, für Künstler zugänglich wurde (in Köln durch die Aufgeschlossenheit von Ingrid Oppenheim), kam es Odenbach im richtigen Moment entgegen. Es kam seiner aufklärerischen und musikalischen Neigung entgegen, dialektische Zusammenhänge zwischen Lebensbereichen…

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