Report · S. 264
Report , 1985

Die Suche nach der Ausnahme

„Zwischenräume“ – ein Fotoband von Gabriele und Helmut Nothhelfer

Der Mensch auf Straßenfesten, Jahrmärkten, Ausstellungen und öffentlichen Veranstaltungen – Freizeit in ihrer „außen“ stattfindenden Erscheinungsform. Derart strukturiert ist für das fotografierende Ehepaar Gabriele und Helmut Nothhelfer aus Berlin der diesem Fotoband vorgegebene Aktionsraum. Der Titel ihrer ersten umfangreichen Publikation: „Zwischenräume – Menschen in Berlin 1973-1982“.

Seit 1976 stellten die Nothhelfers zunächst in kleineren Präsentationen ihre Fotografien aus, vornehmlich in Berlin, wo auch sämtliche Aufnahmen des vorliegenden Bandes entstanden. Doch auch in New York und Paris gab es bereits Ausstellungen. Beteiligungen an der Documenta 6 in Kassel (1977) und der dreiteiligen Bonner Ausstellung „Lichtbildnisse“, im Rheinischen Landesmuseum 1981/82, kommen hinzu. Mittlerweile sind die Nothhelfer-Fotografien unter anderem in die fotografischen Sammlungen des Museum of Modern Art (New York), des Stedelijk Museum (Amsterdam) und in die des Museum Folkwang (Essen) aufgenommen worden. Darüberhinaus erhielten beide vom Winter 1978 bis zum Sommersemester 1981 einen Lehrauftrag an der Freien Universität Berlin. Theoretische Erörterungen und Publikationen in Sachen Fotografie gingen hieraus hervor.

Wirklichkeit also nicht nur im rein fotografischen Prozeß, sondern ebenso auch verbale und reflexive Filterung – wobei allein die Dichte der Aufnahmen genügend Erkenntnismaterial bereithalten würde. Beide Fotografen arbeiten, wie sie im Gespräch versicherten, mit einfacher Sucherkamera und Normaloptik. Betrachtet man das fotografische Ergebnis, so ist ein Aufnahmeabstand von 1-1,50 m erforderlich. Den abgebildeten Personen verleiht dies Nähe und läßt den Zugang für den Betrachter direkt und konkret werden. Vor dem Fotografieren wird bei den „entdeckten“ Personen keine Erlaubnis eingeholt, hinterher wird -…

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