Ausstellungen: Frankfurt a.M. , 1998

Martin Pesch

»8 x 8 x 8«

Kunstverein Frankfurt, 18.2. – 22.3.1998

Der drohenden Beliebigkeit, die in der bloßen Aneinanderreihung von Arbeiten in einer Stadt arbeitender Künstlerinnen und Künstler liegt, wird mit der Ausstellung „8 x 8 x 8“ entgegengewirkt: Jeder der acht Räume des Kunstvereins steht einer künstlerischen Position zur Verfügung, die wiederum von je einem Kuratoren (z.B. Peter Weiermair, Hermann Nitsch, Brigitte Kölle) verantwortet wird. Bedenklich ist das Ungleichgewicht von kurativer und künstlerischer Tätigkeit. Denn die Kriterien, nach denen die Kuratoren ausgewählt wurden, bleiben unklar. Unangefochten sind also letztere, ihnen gegenüber bloß rechtfertigen die Künstlerinnen und Künstler.

Dabei verdient jeder der acht künstlerischen Beiträge eine eingehendere Würdigung. Es ist frappierend, wie überzeugend jede Arbeit im einzelnen ist, und wie different sie untereinander sind. Manchmal derart, daß zwischen ihnen keinerlei Verbindungen zu erkennen sind; manchmal so, daß zwischen zuerst einander fremd erscheinenden Arbeiten bei näherer Betrachtung eine große Nähe entsteht.

Vielleicht sind deshalb die lebendigen, teils schwelgerischen und von Farbgebung und Duktus her an Corinth erinnernden Gemälde von Evangelia Pitsou im großen Raum im ersten Stock und damit im Zentrum der Ausstellung plaziert. Pitsous Bilder fungieren so als kunsthistorischer Bezugspunkt. Von ihnen lassen sich Querverbindungen denken zu Edwin Schäfers Wandzeichnung im spiralförmigen Treppenhaus. Aber auch zu Bernhard Martins „Videoinstallation“ ist es nicht weit. Denn seine Arbeit geht von Malerei aus, die er in verschiedenen Stufen der Reproduktion präsentiert. Ein vom TV-Gerät abfotografiertes Motiv aus der Muppet-Show zeigendes Polaroid wird übermalt, diese Manipulation mittels eines Prints riesig vergrößert und auf der aufblasbaren Projektionsfläche als „blow…

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