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Ausstellungen: Frankfurt a.M. · von Martin Pesch · S. 399 - 399
Ausstellungen: Frankfurt a.M. , 1998

Martin Pesch
Tracey Moffatt

LA. Galerie, Frankfurt/M., 16.1. – 14.3.1998

Scarred for life“ (1994) heißt die bisher bekannteste Arbeit von Tracey Moffatt, der 37-jährigen Australierin. Eine Serie von Fotos, die mit Texten kombiniert wurden; Texte, die die gezeigten jungen Leute als für immer verletzte, für ihr Leben gezeichnete ausweisen. Zum Porträt einer jungen Frau setzte Moffatt zum Beispiel die schriftliche Information, sie sei von ihrem Vater stets nur Nichtsnutz genannt worden. Text und Bild werden in „Scarred for life“ zu einem irritierenden Werk zwischen dokumentarischem Zeugnis und inszenierter psychologischer Studie.

Ihre danach entstandenen Arbeiten, von denen in der LA. Galerie aus Platzgründen vollständig nur „Guapa (Good Looking)“ (1995) gezeigt werden kann, unterscheiden sich vom Sujet her grundsätzlich. Moffatt hat sich von Themen getrennt, die eine klare Linie zu realen Begebenheiten zulassen würden. Immer weiter spannt sie einen Imaginationsraum auf, der in ihren Fotos wiederum nur unzulänglich ausgeleuchtet wird. Das läßt die Beschäftigung mit ihren Arbeiten zu einer nicht einfachen Angelegenheit werden.

Tracey Moffatt arbeitet in Serien. Diese Tatsache macht zweierlei deutlich: es kommt ihr weniger auf den besonderen Status des einzelnen Bildes an und sie ist an der Narration interessiert, sie erzählt Geschichten. Nicht umsonst gilt ihr künstlerisches Interesse gleichermaßen der Fotografie wie dem Film.

Wie Stills aus einem aktionsgeladenen Film wirken auch die zehn Fotografien der Serie „Guapa (Good Looking)“ (1995). Die jeweils 80 x 106 Zentimeter großen C-Prints zeigen ein Roller-Derby, an dem fünf Frauen gegeneinander antreten. Roller-Derbies sind spektakuläre Rollschuhrennen, bei denen es darum geht, die Kontrahenten durch Geschick und Gewalt aus…


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