Gespräche mit Künstlern , 1998

Ger van Elk

»Wenn es etwas Neues gibt, muß ich es im nächsten Bild wieder zerstören, um es nicht kaputt zu variieren«

EIN GESPRÄCH VON CLAUDIA POSCA

Ger van Elk, 1941 in Amsterdam geboren, gehört zu jenen konzeptuell arbeitenden Künstlern, die mit bildnerischen Traditionen brechen und insbesondere die Malerei auf den Kopf stellen. Kontinuität im Sinne einer organischen Werkentwicklung mit stilistisch eindeutiger Form- und Farbgebung bzw. singulärer Thematik ist der Kunst Ger van Elks fremd. Statt dessen wird der konsequente Wechsel von Idee zu Idee und von Material zu Material auf der Suche nach authentischer Bildsprache messerscharf praktiziert. Ironisierung, Zitat und Montage gehören unter der Regie konzeptueller Strenge ebenso dazu, wie die Thematisierung der eigenen Person. Irritierende, bisweilen Dekor und Kitsch ins Diskussionsfeld integrierende Bildfindungen sind unorthodoxe Kommentare zur Kunstgeschichte genauso wie zur Alltags- und Konsumwelt. Mit der Folge, so manchen Romantizimus anzukratzen.

Vorzüglich konnte das beobachten, wer im letzten Jahr die von „m Bochum Kunstvermittlung“ initiierte Ausstellung Ger van Elks mit neuesten Horizontbildern und Seestücken gesehen hatte. Bei diesen Arbeiten handelte es sich um Ansichten des Ijsselmeers mit Wellen, Wolken und Uferzonen – zum Teil durch Computeranimation manipuliert -, die horizontal gebrochen und gegeneinander verschoben mit der Tradition gegen die Tradition der Landschaftsdarstellung argumentierten. Die in doppelten Plexiglasscheiben eingespannten Farbfotografien der übermalten s/w-Fotografien des Ijsselmeeres, zwischen romantischer und plakativer Bildatmosphäre oszillierend, wurden zur sinnlich-intellektuellen Herausforderung der eigenen Vorstellung von Landschaft und ihrer Erfahrung. Damit waren sie zugleich eine Arbeit am Genre, für Bildwürdigkeit und Authentizität, gegen Anachronismus.

Der Bochumer Ausstellung vorangegangen war 1988 die…

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von Claudia Posca

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