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Messen & Märkte · von Uta M. Reindl · S. 466 - 467
Messen & Märkte , 2002

UTA MARIA REINDL
ARCO 02

Die enorme “soziale Energie” der ARCO würdigte Jérôme Sans geradezu schwärmerisch auf einer der von ihm moderierten Gesprächsrunden zur Madrider Kunstmesse. Das Lob gilt sowohl der inzwischen legendären Großzügigkeit der spanischen Messe in der Einladung von Galeristen, Sammlern, Ausstellungsmachern und Kritikern, aber auch den stets parallel zum Messegeschehen laufenden Podiumsdiskussionen über akute Fragen zur zeitgenössischen Kunst – meist mit internationaler, teilweise hochkarätiger Besetzung. Der Ko-Direktor des Palais de Tokyo lobte damit sicherlich auch die besondere Atmosphäre der meist gut besuchten Messe in Madrid sowie die auffallende Präsenz von Jugendlichen, die während der Rundgänge mit Bocadillos auf dem Boden oder in weichen Sitzkissen pausieren.

So konnte die diesjährige und 21. ARCO eine deutlich höhere Besucherzahl und gute Verkäufe bei den 261 Galerien aus 31 Ländern für sich verbuchen – mit einer Steigerung um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 240 große Sammler – Ausstellungshäuser, Museen und Stiftungen – aus 22 Ländern hatten, so das stolze ARCO-Resümee weiter, die Messe aufgesucht und dort gut gekauft. Dass diese die “eigentlichen Protagonisten der diesjährigen ARCO” waren, kritisierte die Madrider Galeristin Juana Aizpuru. Die Mitbegründerin der spanischen Kunstmesse sieht in der dominanten Rolle der Institutionen die Gefahr, dass so die eigentlichen Hauptdarsteller der Messe, die Galeristen sowie deren Privatsammler, aus dem Blickfeld geraten. Dagegen machte der ehemals in Frankfurt und nun in Madrid etablierte Galerist Heinrich Ehrhardt gerade in diesem Jahr die Erfahrung, dass gerade die Käufe der Institutionen Privatsammler zum Kauf anregten.

Über die Qualität der ausgestellten Kunst schieden sich die Geister. “Gemischt,…


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