Messen & Märkte , 2010

Uta M. Reindl

ARCOmadrid

IFEMA Messegelände Halle 6,8 und 10, Madrid

17.2. – 21.2.2010

Schon auf der letzten ARCOmadrid war das Thema Krise in aller Munde. „Kunst+Krise – die Kunstmesse als Seismograph?“ fragte sich nunmehr auf der diesjährigen Ausgabe der spanischen Messe eine Diskussionsrunde, die vom Goethe Institut und dem Instituto Cervantes dazu geladen war, den seit 2002 zum vierten Mal veranstalteten spanisch-deutschen Dialog über die Kunstwelten beider Länder voranzutreiben. Die binationalen Kulturgespräche auf der Madrider Kunstmesse werden nämlich vom 27. bis 29. Mai in Berlin fortgesetzt und vertieft. Und jene fürwahr rhetorische Frage nach der seismografischen Eigenheit von Kunstmessen diskutierte auf der ARCO der art forum-Co-Chef Peter Vetsch, Maria José Marana vom Instituto Cervantes, die Madrider Galeristin Elba Benítez, ihr Berliner Kollege Hannes Kuckei und der deutsche Sammler Harald Falckenberg sowie die ARCO-Direktorin Lourdes Fernández. Für den Berliner Galeristen etwa ist das Klagen über die Krise „verglichen mit den Neunzigern ein Jammern auf höheren Niveau“, seine spanische Kollegin hielt die aktuelle Brisanz in der spanischen Kunstwelt dagegen. Dass die ARCO-Chefin heftig dafür plädierte, die Messe ausschließlich als kommerzielle Plattform zu nutzen („der Rest ist nur Beiwerk“), nannte der Hamburger Sammler eine „Plattitüde“, schließlich hätten Messen wie die Art Basel auch kulturelle Anliegen und sollten bezüglich der Qualitätsansprüche grundsätzlich „mehr Ethik vertreten“. Falckenbergs Vergleich, befragt nach dem Rang der ARCOmadrid im internationalen Vergleich, war diplomatisch und treffend: „Wie die Ligen im Fußball haben alle Messen ihre Berechtigung“.

Ironischerweise erwies sich die ARCO in diesem Jahr schon fast als ein Paradebeispiel für die seismografische Sensibilität von…

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von Uta M. Reindl

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