Biennalen: Ars Baltica Triennale der Fotokunst Kiel · von Jens Rönnau · S. 374
Biennalen: Ars Baltica Triennale der Fotokunst Kiel , 2003

JENS RÖNNAU

Ars Baltica Triennale der Fotokunst

Stadtgalerie Kiel, 12.4. – 1.6.2003
Mecklenburgisches Künstlerhaus Schloss Plüschow, 21.6. – 27.7.2003

What is important?“ hat sich das Kuratorenteam anlässlich seiner „3. Ars Baltica Triennale der Fotokunst“ gefragt, um sich rund um den Ostseeraum auf die Suche nach Positionen zu begeben. Arbeiten von 22 Künstlerinnen und Künstlern aus zehn Ländern vereint die Schau mit Einzelbildern, Serien und Installationen. Im grenzüberschreitenden Kulturaustausch scheint es auf die Frage nach dem, was wichtig ist, ein inzwischen nicht mehr ganz so überraschendes Resultat zu geben: Rückzug ins Private.

So steht das Verhältnis von privatem zu öffentlichem Raum im Focus der Ausstellung. Lustige Ironie und nüchterne Dokumentation halten sich dabei fast die Waage. Da sind Waldstücke in gestochen scharfen Großfotos festgehalten, bemoostes Unterholz, und sonst nichts – eine Reihe des Dänen Joachim Koester, der sich bemüht dem verwunschenen Wald an sich nachzuspüren, wie er einst halb Europa bedeckt haben mag.

Eine Koje weiter kann man schon mal in schallendes Gelächter ausbrechen, wenn man sich in die Bildserien des Finnen Jari Silomäki eingesehen hat. Mit jener traurig-ironischen Melancholie, wie man sie von seinem Landsmann Kaurismäki kennt, wühlt er in der eigenen Vergangenheit. Bilder, die ihn heute an Orten seiner Kindheit zeigen, sind ebenso dabei wie jene Folge des im doppelten Sinne nackten Mannes, der jene Orte zeigt, wo er einst mit seiner großen Liebe weilte. Letztes Bild: der Zug, mit dem sie ihn verließ. In Silomäkis Bilderserien finden sich an den unteren Bildrändern handschriftliche Legenden als ironische Zusatzkommentare, etwa in einer Serie alter Orte…

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