Biennalen: Biennale in Shanghai · von Claudia Delank · S. 371
Biennalen: Biennale in Shanghai , 2003

CLAUDIA DELANK

Chinesische Kunst

Biennale in Shanghai
Erste Triennale in Guangzhou

Chinesische Künstler spielen seit den 90er Jahren souverän auf allen Klavieren der Kunstgenres: – Malerei, Skulptur, Installation, Performance, Video, und Fotografie – mit rein chinesischen Inhalten, Alltagsthemen, Emotionen und Visionen. Sie kombinieren technische Souveränität mit eigenen, nationalen Themen voller Zorn, Ironie und Sinnlichkeit. Weltweit ziehen sie seit einigen Jahren die Aufmerksamkeit von Kuratoren, Kritikern, Sammlern und der interessierten Öffentlichkeit auf sich. Werke chinesischer experimenteller Künstler sind auf den wichtigen internationalen Ausstellungen nicht mehr wegzudenken, wie zum Beispiel auf der Biennale von Venedig seit 1993. Urbanisierung, Globalisierung, die Neubestimmung des eigenen Standpunktes, das sind gesellschaftspolitischen Themen in China, die sich auch in der zeitgenössischen Kunst spiegeln. China durchlief einen tiefen sozio-ökonomischen Wandel, wenn nicht gar Bruch (im Sinne von Aufbruch) in eine neue Zeit in den zwei Dekaden nach der Kulturrevolution. In den späten 70er Jahren initiierte eine neue Führungsgeneration eine Reihe von Reformen, um die Marktwirtschaft einzuführen, Die Konsequenzen dieses Wandels zeigten sich erst in den 90er Jahren: Städte wie Beijing und Shanghai wurden völlig neu gestaltet und Beijing zum Mekka für junge experimentelle Künstler.

Auf der Shanghai Biennale 2002 empfing der Künstler Xu Bing (1955 geb.) den Besucher mit einem Schwarm von Schriftzeichen aus Fiberglas, alle mit der Bedeutung „Vogel“, der von der Decke des Foyers des Shanghai Art Museums (ehemals Shanghai Horse Racing Club) hing. Der farbige Schwarm flog immer tiefer durch den Raum bis sich ein Schriftzeichen auf das erste Zeichen eines Textes mit der gleichen Bedeutung auf dem…

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