Ausstellungen: Stockholm , 2003

JÜRGEN RAAP

Jårg Geismar

„The Optimists“

Liljevalchjs Konsthall, Stockholm, 5.4. – 18.5.2003

Vierzehn große Räume standen dem Düsseldorfer Bildhauer Jårg Geismar zur Verfügung, um eine Bilanz seiner unterschiedlichen konzeptuellen Strategien seit den achtziger Jahren vorzustellen. Allerdings sollte diese Ausstellung keine Retrospektive sein: Neben aktuellen Arbeiten enthielten einige Räume gründlich veränderte Neuinszenierungen früherer Installationen. Der Unterschied zur ursprünglichen Realisierung ergab sich einmal durch die atmosphärische Korrespondenz mit der spezifischen Architektur der Stockholmer Kunsthalle, und zum anderen durch den inzwischen erfolgten persönlichen Erkenntnis- und Erfahrungsgewinn, der zu neuen bildnerischen Lösungen führt und einen Künstler davor bewahrt, sich einfach nur zu wiederholen.

Das Kunsthallengebäude entstand 1916 in einer Epoche des Übergangs von Art Nouveau zum Neo-Klassizismus als einer der ersten Beiträge zu Schwedens Moderne. Geismar verwandelte das Foyer in „The Business Room“ mit tausend Ein-Kronen-Münzen auf der Glasplatte über einem Lichtschacht. Der Schatten dieser Münzen spiegelte sich auf dem Boden, und dazu hörte man das Geräusch fallender Euro-Stücke, die einen dumpferen Klang haben als die Münzen anderer Währungen.

Noch deutlicher griff Geismar bei der großen Skulpturenhalle in die Architektur ein. Er ließ das Tageslicht in voller Stärke durch die sonst immer verhangenen Oberlichtfenster hineinströmen und färbte die Wände in einem leuchtenden Blauton ein, der aber weder an Yves Klein noch an die schwedische Nationalflagge erinnern sollte. Auf diesem Blau verteilten sich gelbe Menschensilhouetten in perspektivischer Verfremdung der Größenverhältnisse.

Hatte der Besucher zwei oder drei Räume durchschritten, die ihn mit solchen Signalfarben und mit Klanginstallationen (Wasserfall) visuell und akustisch stark beanspruchten, so bot ihm die Ausstellungsdramaturgie bei der nächsten Station die…

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