Kunstforum-Gespräche , 2012

Ausstellungsprogramm als Pulsschlagader

An erster Stelle steht immer die „criticality“

Nicolaus Schafhausen, künstlerischer Leiter der Kunsthalle Wien, im Gespräch mit Ursula Maria Probst

Nicolaus Schafhausen ist seit Sommer 2012 der neue künstlerische Leiter der Kunsthalle Wien. Als Kurator, Autor und Herausgeber unzähliger Publikationen zur Gegenwartskunst zählt er zu den erfolgreichsten Kunstmanagern Europas. Derzeit ist Schafhausen auch strategischer Direktor von Fogo Island Arts, einer Initiative der kanadischen Shorefast Foundation, die im Dialog mit Künstlern und Wissenschaftlern alternative Wege zur Revitalisierung dieses von der Abwanderung bedrohten Gebietes sucht. Im Interview spricht Nicolaus Schafhausen über die Herausforderungen, der Kunsthalle Wien ein neues Profil zu verleihen, kuratorische Autorenschaft, neue Modelle der Kunstvermittlung und seine Ambitionen, die Kunsthalle als Produktionsplattform zu nützen.

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Ursula Maria Probst: Sie sind als Künstler in die Kunst eingestiegen. Wie sehr wirkt sich das auf Ihre Tätigkeit als künstlerischer Leiter der Kunsthalle Wien aus?

Nicolaus Schafhausen: Seitdem ich den Deutschen Pavillon bei der Venedig Biennale von 2007 sowie 2009 kuratiert habe, wird immer wieder darauf hingewiesen, dass ich im Grunde genommen eher einem künstlerischen als einem theoretischen Ansatz und Impuls des Kuratierens folgen würde. Kurz zusammengefasst hängt das mit folgendem Hintergrund zusammen: Als Achtzehnjähriger wollte ich ursprünglich Künstler werden, weil ich in einem entsprechend von Einflüssen und Inspirationsquellen genährten Umfeld aufwuchs. Ich lebte in Düsseldorf, wo es den stilprägenden und einflussreichen Ratingerhof gab, ein von Künstlern und im weitesten Sinne Kulturbeflissenen betriebener Punkclub, wo legendäre Konzerte und sonstige Aktionen stattgefunden haben. Darüber hinaus war die Stadt geprägt von den zahlreichen Einrichtungen zeitgenössischer Kunst, sowie von…

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von Ursula Maria Probst

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