Ausstellungen: Siegen · von Renate Puvogel · S. 329
Ausstellungen: Siegen , 2009

Renate Puvogel

Blickmaschinen oder wie Bilder entstehen

»Die zeitgenössische Kunst schaut auf die Sammlung Nekes«

Museum für Gegenwartskunst, Siegen, 23.11.2008 – 10.5.2009

Der Besucher gerät angesichts dieser ‚Wunderkammer’ in geradezu kindliches Staunen und ist gleichzeitig zu höchster Konzentration aufgerufen. Diese diametralen Bewusstseinszustände, in denen sich aktives Schauen mit reflexivem Durchdringen mischen, werden durch Exponate erzeugt, die von sinnlicher Ausstrahlung wie geistigem Schwergewicht sind. Beide Qualitäten gelten für beide Teile der Ausstellung „Blickmaschinen“; denn in dieser kreuzen sich zwei Erzählstränge. Den einen Strang bilden rund 200 Beispiele historischer Bildproduktion aus der zigtausend Werke umfassenden, legendären Sammlung des Werner Nekes. Der renommierte Experimentalfilmer zeichnet mit ihr die Vorgeschichte des Films anhand von kostbaren Apparaten, Experimentierobjekten und theoretischem Text- und Bildmaterial seit dem 16. Jahrhundert nach. Da gibt es Kaleidoskope zu bewundern, ein Phenakistiskop (Lebensrad), ein Anorthoscop (Richtigseher), und andere Instrumente der Beobachtung, deren Namen alle mit -skop enden, dazu Lochkameras, Daumenkinos, Thaumatrope, Zoetrope (Wundertrommeln) und viele ‚Zauberwerke’ mehr. Diesen kulturhistorischen Zeugnissen über die Entwicklung der Bilderzeugung sind als dem zweiten Strang thematisch jeweils Artefakte von 40 Künstlern seit den 60er Jahren zugeordnet, welche sich rückgreifend erprobter Techniken bedienen, Sehprozesse analysieren und sichtbar machen und die damit die Geschichte der Bildproduktion angesichts digitaler Medien in die Zukunft hin fortschreiben. Hierzu zählen so prominente Namen wie Robert Smithson, Olafur Eliasson, William Kentridge oder Pipilotti Rist; aber auch weniger bekannte Künstler wie Katharina Meldner, Sergio Belinchón, Miklós Erdély lernt man hier kennen – darunter befinden sich mehrere Ausländer, welche zum Teil die Kuratoren José Lebrero Stals und Miklós Peternák…

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